Gesünder leben wollen wir alle – doch im Alltag bleibt dafür oft wenig Raum. Für eine Woche haben wir deshalb bewusst die Pausentaste gedrückt und sind ins Allgäu gereist. In der Rosenalp in Oberstaufen testeten Stephanie (43) und Kate (67) zwei unterschiedliche Wege zu mehr Gesundheit: die traditionelle Schrothkur und ein modernes Longevity-Programm. Was beide Ansätze bewirken – und was wir daraus für unseren Alltag mitnehmen
Fotos: privat & PR

Im Alltag denken wir kaum über unsere Gesundheit nach. Wir funktionieren einfach – Termine, Arbeit, Partnerschaft, Kinder. Bis der Körper irgendwann leise signalisiert, dass er eigentlich etwas anderes braucht: eine Pause.
Viele Menschen beginnen genau dann, ihre Gesundheit anders zu betrachten. Doch eigentlich sollten wir uns nicht erst dann, wenn etwas nicht mehr funktioniert, Gedanken machen, sondern schon früher. Prävention statt Reparatur. Energie statt Erschöpfung.
Gesundheitsurlaub: mehr als nur Erholung
So entdecken immer mehr Menschen eine andere Form des Reisens: Gesundheitsurlaub. Eine Auszeit, die mehr ist als Spa und schöne Landschaft – und dem Körper die Chance gibt, wirklich zu regenerieren.
Solche Aufenthalte sind längst nicht nur für Menschen gedacht, die bereits gesundheitliche Beschwerden haben. Viele kommen präventiv, weil sie ihre Energie zurückgewinnen möchten, ihren Lebensstil neu ausrichten oder ihrem Körper nach intensiven Jahren wieder mehr Aufmerksamkeit schenken wollen.
Kann eine Woche Gesundheitsurlaub wirklich etwas verändern und für wen lohnt er sich? Mit genau diesen Fragen im Gepäck sind wir, Stephanie und Kate von HEYDAY, ins Allgäu gereist – in die Rosenalp in Oberstaufen, ein Gesundheitsresort mit langer Kurtradition, das klassische Naturheilverfahren mit modernen medizinischen Konzepten verbindet.

Die Rosenalp: Gesundheitsresort mit Tradition im Allgäu
Die Rosenalp liegt oberhalb des Allgäuer Ferienorts Oberstaufen, umgeben von Wiesen, Wäldern und Bergpanoramen. Oberstaufen gilt als Geburtsort der Schrothkur und ist bis heute das einzige anerkannte Schroth-Heilbad Deutschlands. Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist auch die Rosenalp eng mit dieser traditionsreichen Kurform verbunden – einem ganzheitlichen Naturheilverfahren, das den Körper entlasten und die Selbstheilungskräfte aktivieren soll.
Was einst als klassisches Schrothkur-Hotel begann, hat sich heute zu einem modernen Gesundheitsresort mit Privatklinik, Medical Center, Spa und Wellnessbereich entwickelt. Das Konzept verbindet medizinische Kompetenz mit einem stilvollen Urlaubsambiente: Ärztliche Betreuung, Ernährungsberatung, Bewegungskonzepte, Physiotherapie und Osteopathie greifen hier ebenso ineinander wie Spa-Anwendungen und Rückzugsorte inmitten der Allgäuer Natur.
Dr. Aliia Fink und Dr. Benedikt Fink führen mit voller Leidenschaft das Medical Center im Haus, das mit internistischer wie kardiologischer, orthomolekularer wie ästhetischer Kompetenz ein breites Spektrum abdeckt. Das Ärztepaar setzt auf persönliche Betreuung, eine ausführliche Anamneseerhebung und Untersuchungen mit modernster Technik, um bei Check-ups persönliche Risikofaktoren zu identifizieren und passgenaue Lösungskonzepte zu erarbeiten.
Man kann zwischen verschiedenen Gesundheitsansätzen wählen – von Basenfasten und Heilfasten über Stress- und Diabetesprogramme bis zu modernen Präventionskonzepten für gesundes Altern. Die Programme bieten eine maßgeschneiderte Auszeit, die perfekt auf unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche zugeschnitten ist.
Zudem können die Gäste inmitten der Allgäuer Natur Körper und Geist in Einklang bringen – im 2000 Quadratmeter großen Spa mit moderner Sauna- und Badewelt sowie vielen Ruhemöglichkeiten, einem Top-Fitness-Center und abwechslungsreichen Aktiv- und Fitprogrammen.
Für unseren Aufenthalt entschieden wir uns bewusst für zwei unterschiedliche Wege: Während ich die klassische Schrothkur ausprobieren wollte, testete meine Kollegin Kate das Longevity-Programm, das gezielt auf Vitalität und gesundes Altern ausgerichtet ist.
Je älter wir werden, desto klarer wird: Gesundheit ist kein Zustand, sondern eine Entscheidung, die wir immer wieder neu treffen
Meine Erfahrung mit der Schrothkur
Schon gewusst? Die Schrothkur hat mit Schrot oder Getreide nichts zu tun – sie ist nach ihrem Erfinder Johann Schroth benannt und gilt als eines der ältesten Naturheilverfahren Europas. In Oberstaufen wird sie seit mehr als 150 Jahren praktiziert und bis heute weiterentwickelt. Im Kern geht es darum, den Körper zu entlasten, den Stoffwechsel anzuregen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Die Kur wird unter anderem bei Stoffwechselproblemen, chronischen Beschwerden oder zur allgemeinen Stärkung des Organismus eingesetzt. „Die Schrothkur erleben wir als ungemein wirkungsvoll – sie ist bei vielen Krankheitsbildern als Heilverfahren anerkannt, etwa bei Typ-2-Diabetes“, erklärt Dr. Aliia Fink, die gemeinsam mit ihrem Mann das Medical Center in der Rosenalp leitet.
Im Kern basiert die Schrothkur auf vier Elementen: einer kalorienreduzierten, salz- und fettarmen Ernährung, dem Wechsel von Trink- und Trockentagen, den berühmten Schroth’schen Packungen sowie einem ausgewogenen Rhythmus aus Ruhe und Bewegung.
Das Fasten selbst fiel mir überraschend leicht – vielleicht auch, weil ich damit schon Erfahrung habe. Eine Woche bewusst weniger essen und den Körper entlasten, das kannte ich bereits. Die größte Herausforderung waren für mich die Schroth-Packungen.

„Man merkt erst, wie sehr man im Alltag funktioniert, wenn man sich einmal wirklich Zeit für den eigenen Körper nimmt“
Stephanie
Die berühmten Schroth-Packungen
Die Wickel finden mitten in der Nacht statt. Gegen vier Uhr morgens wird man geweckt und in die feuchten Leinentücher gewickelt. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. In der traditionellen Schrothkur orientiert man sich an der sogenannten Organuhr: In den frühen Morgenstunden soll die Leber besonders aktiv sein. Genau dann wird der Körper durch die Packung in einen intensiven Schwitzprozess gebracht, der den Stoffwechsel anregen soll.
Für mich bedeutete das: Aufstehen, während draußen noch alles dunkel ist, sich in die kalten Tücher wickeln lassen – und dann eingehüllt in mehrere Decken im Bett liegen. Beim ersten Mal bin ich tatsächlich noch einmal eingeschlafen. Später erklärte mir der Arzt, dass es eigentlich besser sei, wach zu bleiben und bewusst wahrzunehmen, was im Körper passiert.
Während draußen langsam der Tag beginnt, arbeitet der Organismus auf Hochtouren. Die Wärme breitet sich aus, der Puls steigt leicht, und irgendwann beginnt man zu schwitzen – eine Reaktion, die den Körper ähnlich wie bei einer fieberähnlichen Aktivierung arbeiten lässt.
Nach ein paar Tagen beginnt man, den eigenen Körper anders wahrzunehmen. Der Alltag draußen wirkt plötzlich weit weg. Der Rhythmus aus Packungen, Bewegung, Ruhe und den kleinen Mahlzeiten verlangsamt alles.
Am Anfang fiel es mir allerdings schwer, mich darauf einzulassen. In den ersten Tagen war ich tagsüber ziemlich müde, mein Körper musste sich erst an den neuen Rhythmus gewöhnen. Doch etwa ab dem dritten Tag änderte sich etwas: Die Müdigkeit ließ nach, der Kopf wurde klarer – und plötzlich stellte sich eine überraschende Leichtigkeit ein.
Natürlich ist eine Schrothkur kein Wellnessurlaub im klassischen Sinne. Sie verlangt die Bereitschaft, sich auf einen anderen Rhythmus einzulassen. Aber genau darin liegt vielleicht ihre größte Wirkung: Man steigt für eine Zeit bewusst aus dem eigenen Alltag aus. Für möglichst nachhaltige Effekte sollte man die Kur zwei bis drei Wochen machen.

„Die Körperanalyse hat mir einen ganz neuen Blick auf den eigenen Körper eröffnet. Durch die Anwendungen, Bewegung und Ernährung bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie man die eigene Gesundheit langfristig stärken kann“
Stephanie





Kates Woche im Longevity-Programm
Während ich mich auf die traditionelle Schrothkur einließ, entschied sich meine Kollegin Kate für einen anderen Ansatz: das neue Longevity-Programm der Rosenalp. Statt Fasten steht hier der Aufbau im Mittelpunkt – mit moderner Diagnostik, gezielten Anwendungen und einem Programm, das darauf ausgerichtet ist, Gesundheit und Vitalität langfristig zu stärken.
Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die leichte, basenbetonte Küche der Rosenalp. Frische, ausgewogene Gerichte versorgen den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, ohne ihn zu belasten. Viel Gemüse, hochwertige Zutaten und eine schonende Zubereitung sorgen dafür, dass man sich zwar satt, aber nie schwer fühlt.
Begleitet wird das Programm medizinisch im Rosenalp Medical Center. Zu Beginn stand für Kate eine umfassende Körperanalyse an: Mithilfe einer BIA-Messung wurde ihre Körperzusammensetzung genau analysiert – von Muskelmasse über Körperfett bis zum Wasserhaushalt. Auf dieser Grundlage konnten die Ärzt:innen und Therapeut:innen das Programm individuell abstimmen.
„Beim Longevity-Programm geht es darum, Alterungsprozesse frühzeitig zu beeinflussen und den Körper gezielt zu stärken“, erklärt Dr. Aliia Fink. Neben medizinischen Check-ups gehören deshalb auch Infusionen, physiotherapeutische Anwendungen und individuelle Bewegungseinheiten zum Programm. Für Kate war es eine Woche, die weniger von Verzicht als von bewusster Stärkung geprägt war – ein moderner Ansatz für gesundes Altern.

„Für mich ging es in dieser Woche vor allem darum, zu verstehen, was mein Körper braucht, um gesund älter zu werden“
Kate

Im hauseigenen Medical Center betreuen Dr. Aliia Fink und Dr. Benedikt Fink die Gäste mit internistischer und kardiologischer Expertise. Neben Diagnostik und Check-ups gehören auch Infusionstherapien, Ernährungsberatung sowie physiotherapeutische und osteopathische Anwendungen zum Angebot



Mehr als ein Gesundheitsprogramm
Was den Aufenthalt in der Rosenalp besonders macht, ist nicht nur das medizinische Programm, sondern auch die Atmosphäre dieses Ortes. Die klare Bergluft, die Ruhe rund um Oberstaufen und der Rhythmus des Hauses sorgen dafür, dass man automatisch langsamer wird.
Plötzlich hat der Tag eine andere Struktur. Man bewegt sich mehr, schläft früher, isst bewusster und nimmt sich Zeit für Gespräche – mit den Ärzt:innen, den Therapeut:innen oder einfach mit sich selbst.
Nach einer Woche merkt man, wie sehr der Körper diesen Rhythmus angenommen hat. Man fühlt sich gut aufgehoben – und gleichzeitig entsteht das Gefühl, wirklich einmal Abstand vom eigenen Alltag gewonnen zu haben.
Vielleicht ist genau dies das Wertvollste, was man von hier mitnimmt: ein neues Bewusstsein dafür, wie gut es tut, dem eigenen Körper wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

„Ich fand erstaunlich, wie viel Energie eine leichte, basenbetonte Ernährung und ein gut abgestimmtes Programm dem Körper geben können“
Kate




Zwei Wege, ein Ziel
Was Kate und ich aus dieser Woche mitnehmen? Dass Gesundheit nicht erst dann zum Thema werden sollte, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Ob durch Entlastung wie bei der Schrothkur oder durch gezielten Aufbau wie im Longevity-Programm – manchmal reicht schon eine Woche, um wieder zu spüren, was dem eigenen Körper wirklich guttut.
Solche bewussten Auszeiten – ob im Allgäu oder bei Retreats wie in der Toskana – zeigen, wie viel sich verändern kann, wenn man sich selbst wieder in den Mittelpunkt stellt.




















