Was passiert, wenn man den Alltag, die To-do-Listen und das Handy hinter sich lässt – und plötzlich sich selbst begegnet? Stephanie nimmt euch mit auf ihre persönliche Reise zum Ayurveda-Retreat von Datu Wellness – durch Tage voller Stille, Rituale und innerer Prozesse, die tiefer gingen als erwartet…

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„Ich habe in dieser Woche viel über mich
und meine Beziehung zu mir selbst gelernt!“
Ein Ayurveda-Retreat im Herzen der Toskana – das klang für mich nach der Auszeit, die ich gebraucht hatte: Italien, Sonne und gutes Essen. Doch ich ahnte nicht, wie tief diese Woche tatsächlich gehen würde. Es war eine Reise, die Schicht für Schicht nach innen führte – weiter als ich erwartet hatte.
Ayurveda: mehr als Ernährung – eine Haltung zum Leben
Ayurveda wird im Westen oft auf Ernährung, Massagen, Kräutertees und die Doshas, die individuellen Konstitutionstypen, reduziert. Doch in seiner Essenz ist Ayurveda etwas anderes: Es ist eine Haltung zum Leben, die Menschen nicht optimieren will, sondern sie sein lässt.
Übersetzt heißt Ayurveda „Wissen vom Leben“. Im Kern geht es um Achtsamkeit und um die Beziehung zu sich selbst. Es geht um das feine Spüren von Rhythmen im Körper, im Denken und in unserem Alltag. Ayurveda fragt nicht: „Was ist richtig?“ Sondern: „Was tut dir gut, sodass du dich jetzt wohlfühlst?“
Ein zentrales Element dabei ist Dankbarkeit. Dankbarkeit für unseren Körper, der uns trägt. Für das, was da ist – auch wenn es unvollkommen erscheint. In der Praxis bedeutet das: weniger kämpfen, weniger bewerten, mehr bei sich sein. Es geht um bewusstes Dasein im Moment. So gesehen ist Ayurveda eigentlich kein Konzept, das man einfach so anwendet. Es ist eine innere Ausrichtung, die man Schritt für Schritt lernt und verankert – und genau das kann auch unbequem sein.

„Ayurveda ist mehr als Doshas und Massagen. Es ist eine Haltung zum Leben, die den Menschen nicht optimieren will, sondern sie sein lässt. Ayurveda fragt nicht: „Was ist richtig?“ Sondern: „Was tut dir gut, sodass du dich jetzt wohlfühlst?“


Ich kannte Ayurveda. Aber nicht so.
Für mich war Ayurveda bisher vor allem eine medizinische Praxis aus Indien, die dann zum Einsatz kommt, wenn der Körper aus dem Gleichgewicht gerät. Meine Erfahrungen auf Retreats und bei Ärzten waren durchweg positiv – sie wirkten. Besonders Akupunktur hat mir geholfen, meine Sinusitis und Pollenallergie in den Griff zu bekommen.
All das blieb jedoch auf der körperlichen Ebene. Ernährung, Massagen, Behandlungen. Was ich bei Datu erlebte, war etwas anderes. Weniger Methode, mehr Prozess. Weniger Tun, mehr geschehen lassen.
Im Laufe der Woche wurde mir klar: Ayurveda arbeitete hier nicht für mich, sondern mit mir. Und genau an diesem Punkt veränderte sich mein Verständnis grundlegend.
Worum es bei Datu geht: ein Raum für Tiefe
Erst nach und nach wurde mir klar, worum es bei Datu wirklich geht: um das Beruhigen des Nervensystems. Nicht um oberflächliche Wellness, Selbstoptimierung oder schnelle Antworten. Hier geht es um Tiefe – und um die Bereitschaft, sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Das ruhig gelegene Borgo mitten in der Toskana ist dafür kein Zufall, sondern Teil des Konzepts. Hier geht es nicht darum, an einem Ziel anzukommen – sondern wahrzunehmen, was da ist.
Bei der Begrüßung sagte Constantin Bjerke, Gründer von Datu, einen Satz, der mich durch die Woche begleiten sollte: „Du bist dein eigener Guru.“
Dieser Satz beschreibt die Haltung des Retreats sehr genau. Niemand erklärt dir, was richtig ist. Niemand gibt Ziele vor. Stattdessen wirst du eingeladen, selbst zu spüren und zu entscheiden. Datu ist kein Ort, der etwas von dir will. Keine Leistung, kein Durchhalten, kein Sich-beweisen.
Alles, von Behandlungen, Gruppensessions, Digital Detox bis zum Essen, zielt darauf ab, das permanente innere Alarmieren langsam herunterzufahren. Die jahrtausendealten Heiltraditionen stehen hier nicht im Dienst eines Trends, sondern im Dienst von Präsenz.
Dass all das nicht am anderen Ende der Welt stattfinden muss, sondern mitten in Europa, macht den Zugang leichter – und vielleicht gerade deshalb auch tiefer. Das Team, dessen Wurzeln in Indien liegen, und das über viele Jahre intensiv ausgebildet wurde, bringt nicht nur viel Wissen mit, sondern auch gelebte Praxis. Und das macht es am Ende so besonders.
Neben dem Programm spielt auch die Gemeinschaft eine tragende Rolle. Menschen aus aller Welt kommen hier zusammen. Unterschiedliche Lebensgeschichten, ähnliche Fragen. Alle auf der Suche nach etwas. Die vorgegebene Kleidung trägt dazu bei, dass tägliche Entscheidungen wegfallen und die Rollen, die wir im Alltag einnehmen, an Bedeutung verlieren. Niemand muss sich erklären. Niemand muss etwas darstellen. Genau dadurch entsteht Raum – für das, was sich innen zeigt.

„Erst nach und nach wurde mir klar, worum es bei Datu wirklich geht: um das Beruhigen des Nervensystems. Nicht um oberflächliche Wellness, Selbstoptimierung oder schnelle Antworten. Hier geht es um Tiefe – und um die Bereitschaft, sich mit ihr auseinanderzusetzen“




Vom Ankommen bis zum Loslassen
Die Ärztekonsultation am ersten Tag brachte etwas an die Oberfläche, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Mein zentrales Thema sind die Emotionen, ganz speziell die Trauer. Ich habe mir antrainiert, die Trauer über die zahlreichen Todesfälle in meinem Leben mitzuschleppen und zu verdrängen, wenn sie hochkommt. Doch sie scheint in meinem System eine besondere Rolle zu spielen.
Vielleicht erklärt das, warum mein Körper so schnell und so intensiv reagierte. In den ersten drei Tagen war ich überwältigend müde und total erschöpft. Ich stand morgens auf und mein einziger Gedanke war: „Wann kann ich wieder ins Bett?“ Es war, als hätte mein System beschlossen, endlich anzuhalten. Zu Hause hätte ich mich abgelenkt. Aber hier erlaubte ich mir, dem nicht auszuweichen. Heute weiß ich: Mein Nervensystem hatte begonnen, loszulassen.
Über weite Strecken des Tages befand ich mich in einem Schwebezustand. Nicht wirklich wach. Nicht schlafend. Ich konnte meine Augen teils gar nicht aufhalten. Es war, als würde mein Körper permanent in einen Ruhemodus kippen, den ich sonst im Alltag nie erreiche. Besonders deutlich wurde mir dieser Zustand beim Meditieren im Weinkeller, wo einige der Sitzungen stattfanden. Mehrmals nickte ich im Sitzen weg und der Kopf sank nach vorn.
Der Tag begann im Morgengrauen am Feuer mit einem Dankbarkeitsgebet. Danach ging es mit ruhigem Yoga und Atmen weiter. Unsere Lehrerin Radhika erkannte sofort meine hektische Jogger-Atmung. Mit ihr übte ich die tiefe Bauchatmung, die maßgeblich zur Entspannung von Körper und Geist beiträgt.
Das Frühstück sollten wir in Stille einnehmen. Das war zunächst total ungewohnt und für viele der Gruppe auch schwierig, umzusetzen. Ich bemerkte, dass es etwas Befreiendes hatte, morgens nicht sprechen zu müssen.
Meine individuellen Behandlungen wie Ölmassage, Akupunktur, TCM und Shiatsu waren darauf ausgerichtet, mein Nervensystem zu besänftigen. Dabei stiegen oft Emotionen hoch. Besonders bei der Fußreflexzonenmassage kamen ohne Ankündigung Erinnerungen und ganz unerwartet auch Tränen hoch. Ich beschloss, dass sie da sein durften.
Am Nachmittag tauchten wir mit Qigong in die Welt der langsamen Bewegung ein. Neu war für mich Yoga Nidra, eine tiefenentspannende Meditationsform im Liegen, die bis zum Unterbewusstsein reicht. Dabei sinkt der Körper in eine Art Schlaf, der Atem wird schwer und Gedanken verlieren ihre Schärfe. Alles geschieht unbewusst und ganz natürlich. Dabei konnte ich richtig gut loslassen.
Nach dem Abendessen versammelten wir uns gemeinsam am Kamin, um den Vorträgen der Ärzt:innen und Therapeut:innen zu lauschen, die uns die Kunst des Ayurveda und die Kraft der Dankbarkeit näherbrachten. Der Tag endete mit einem Gebet am Feuer und einem beruhigenden Schlafritual mit Instrumenten. Dieser bewusste Abschluss des Tages ohne Handy fühlte sich an, als würde mich jemand sanft in den Schlaf wiegen.

„In den ersten drei Tagen war ich überwältigend müde und total erschöpft. Ich stand morgens auf und mein einziger Gedanke war: „Wann kann ich wieder ins Bett?“ Es war, als hätte mein System beschlossen, endlich anzuhalten. Zu Hause hätte ich mich abgelenkt. Aber hier erlaubte ich mir, dem nicht auszuweichen“




Meine innere Reise: Momente, die geblieben sind
Am vierten Tag veränderte sich etwas in mir. Die Müdigkeit ließ nach und die Energie kam zurück. Ich war wieder klarer und fühlte mich vitaler. Durch den Prozess des Öffnens und Loslassens stellte sich ein Vertrauen ein – in meinen Körper und in seine Fähigkeit, sich selbst zu regulieren. Das war eine essenzielle Erkenntnis für mich.
Ein Satz des Arztes Dr. Ramadas klingt bis heute nach. „Deine Emotionen dürfen raus. Unterdrücke sie nicht. Wenn du weinen musst, dann weine – ohne dich zu bewerten!“ Klar, diese Worte sind kein Trost. Aber sie sind eine Einladung dafür, dass alles, was ich immer schnell wegschiebe, da sein darf.
Besonders spannend fand ich auch die kreativen Gruppensessions am Nachmittag. Nicht nur weil ich so selten male und bastle, sondern auch weil die Psychologin Dr. Pallavi uns mit ihrer humorvollen und direkten Art wirklich herausforderte. Das therapeutische Malen und Ketten-Basteln wirkten unglaublich beruhigend und gaben tiefe Einblicke in unser Innerstes.
„Es geht nicht darum, etwas richtig oder falsch zu machen oder etwas ganz besonders Schönes zu gestalten. Es geht um den Prozess an sich“, so die Worte der Ärztin. Sie half uns, das Sichtbare einzuordnen. Denn die Bilder und Ketten wurden zu einem Spiegel. Die kräftigen Farben, klaren Linien und Formen zeigten, was sich in meinem Inneren abspielte. Bei mir war vor allem Anspannung sichtbar. Ich habe beim Malen ganz fest aufgedrückt. Den Druck in meinem Leben auf einem Blatt Papier zu sehen, machte mir vieles bewusst.





Ernährung als Beziehung – nicht als Konzept

Die Küche ist bei Datu ein zentraler Teil der Heilung. Nahrung ist ein täglicher Dialog zwischen Körper, Nervensystem und Umwelt. Wie und was wir essen, ist untrennbar mit der Art verbunden, wie wir leben. Nahrung ist Beziehung – zu uns selbst, zu unserem Rhythmus, zur Jahreszeit und zum Ort.
Die ayurvedische Küche bei Datu folgt dabei einem klaren Prinzip: entlasten statt reizen. Die Gerichte sind nährend, warm, frisch zubereitet, stark pflanzenbasiert und bewusst entzündungsarm komponiert. Viel Gemüse, Kräuter, Gewürze, klare Aromen.
Mein Körper reagierte darauf fast unmittelbar mit weniger Anspannung, weniger innerer Unruhe, einem spürbar ruhigeren Verdauungssystem. Von Anfang an war deutlich, dass es hier nicht nur darum geht, was gegessen wird – sondern wie. Und vor allem: aus welcher Haltung heraus.

„Durch den Prozess des Öffnens und Loslassens stellte sich ein Vertrauen ein. In meinen Körper und in seine Fähigkeit, sich selbst zu regulieren“
Was bleibt: Erkenntnisse, die tiefer gingen als erwartet
Was ich aus dieser Woche mitnehme, ist ein anderes Verhältnis zu mir selbst. Ein Satz der Psychologin hat sich mir besonders eingeprägt: „Wir sind jeden Tag, vierundzwanzig Stunden, ein Leben lang mit uns selbst zusammen. Niemand ist uns so nah wie wir selbst – nicht unser Partner, nicht unsere Familie, nicht unsere Freund:innen.“
Und genau deshalb ist die Beziehung zu uns selbst entscheidend. Was wir über uns denken. Wie wir mit uns sprechen. Wie wir mit uns umgehen. Wie wir uns halten, wenn es schwierig wird. Und diese Beziehung können nur wir selbst pflegen und hegen.
Geblieben sind auch die Momente in der Gruppe. Die Energie war besonders – manchmal fordernd, manchmal tragend. Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Manche mit gesundheitlichen Themen, andere mit schweren Schicksalsschlägen. Viele auf der Suche nach etwas, viele mit dem Wunsch nach Veränderung. Und genau darin lag auch eine Herausforderung.
Ich habe gelernt, wahrzunehmen, was zu mir gehört – und was nicht. Mich berühren zu lassen, ohne alles aufzunehmen, und offen zu bleiben, ohne mich zu verlieren.
Ich bin nicht mit dem Gedanken nach Hause gefahren, mein Leben komplett umzubauen. Denn es geht nicht darum, alles anders zu machen – sondern ehrlicher mit sich selbst zu sein. Ich höre schneller hin, wenn mein Körper müde oder eng wird. Ich versuche, Emotionen nicht sofort wegzuschieben, sondern ihnen Raum zu geben, bevor sie sich festsetzen. Das klappt nicht immer. Aber öfter als vorher.
Vielleicht ist das der eigentliche Effekt dieser Woche: keine neue Version von mir – sondern weniger Entfernung zu mir selbst.





„Was ich aus dieser Woche mitnehme, ist ein anderes Verhältnis zu mir selbst. Die Beziehung zu uns selbst ist entscheidend. Was wir über uns denken. Wie wir mit uns sprechen. Wie wir mit uns umgehen. Und wie wir uns halten, wenn es schwierig wird. Und diese Beziehung können nur wir selbst pflegen und hegen“


DIE NÄCHSTEN TERMINE 2026
Neuigkeiten bei Datu
Datu wählt seine Retreat-Orte mit großer Sorgfalt. Es sind keine bloßen Locations, sondern Orte, die halten. Nach fünf intensiven Saisons in der Toskana ziehen die Retreats weiter: an die Amalfi-Küste, in einen historischen Palazzo südlich von Salerno. Ein Ort mit eigenem Rhythmus, geprägt von Meer, Licht und Stille.
Im Frühjahr 2026 bietet Datu neben dem bewährten Ayurveda-Retreat „A Return to Balance“ erstmals auch „The Essence of Yoga“ an: Einwöchige Retreats für alle, die ihre Beziehung zur Yogapraxis beginnen oder vertiefen möchten – begleitet vom erfahrenen Team und in gewohnt achtsamer Verbindung mit ayurvedischer Küche.
Auch im Herbst 2026 kehrt „A Return to Balance“ zurück. In ruhigerem Rhythmus, mit demselben vertrauten Team, der gleichen Sorgfalt und einem Fokus auf tiefe Regeneration und innere Rückverbindung.
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Oster-Special bei Datu
Zu Ostern kommt ein ganz besonderer Gast zu Datu: Tulku Lobsang – tibetischer buddhistischer Meister, Gelehrter der tibetischen Medizin und Lehrer tiefgehender Meditations- und Atempraktiken. Seine Arbeit ist geprägt von Klarheit, Erfahrung und einer seltenen Fähigkeit, innere Praktiken unmittelbar zugänglich zu machen. Während seines Aufenthalts wird er ausgewählte Sessions wie Tummo Fire Breathing und Dzogchen-Meditation anleiten – Praktiken, die nicht auf Leistung zielen, sondern auf innere Stabilität, Präsenz und ein feineres Gespür für den eigenen Geist.




















