„Das tut mir gut” – Wohlfühl-Tipps für Zuhause von Elena Lustig

Anne Smith

Elena Lustig unterrichtet seit langem Yoga und hat ein eigenes Pro-Age-Konzept entwickelt. Auf HEYDAY erzählt die Autorin und Wellbeing-Expertin, wie sie ihre Firma aufgrund der Pandemie umstellten musste, und wie sie trotz all der neuen Herausforderungen stets versucht, positiv zu denken

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Elena Lustig Wohlfühlen Pro-Age-Yoga Anne Smith
Fotos: Anne Smith

HEYDAYLiebe Elena, Corona ist die Zeit der Veränderungen. Wie erging es Dir als Mutter, Ehefrau und Unternehmerin in Zeiten des Lockdowns mit den neuen Bedingungen und Anforderungen?

Elena Lustig: Zum Glück ist mein Sohn fast 14, kann sich sehr gut selbst organisieren und bekommt von seiner Schule ein gutes Online-Angebot. Ich muss mich also auf der Ebene nicht viel kümmern. Wir haben eine Büro-Gemeinschaft gebildet – er sitzt an seinem iPad, ich an meinem Computer und wir arbeiten beide nebeneinander. Natürlich kümmere ich mich um sein mentales Wohlbefinden und auch darum, dass er etwas Gesundes zu Essen bekommt. Und wir machen regelmäßig Cardio-Sport oder gehen spazieren. Dazu muss ich ihn regelmäßig anhalten, weil er sonst nur noch abhängen würde.

Meine eigene tägliche Yoga-Praxis hilft mir sehr, gelassen zu bleiben und anzunehmen, was ist. Mein Alltag hat sich durch Corona nicht sehr verändert. Ich schreibe gerade mein drittes Buch, arbeite mit meinem Team an neuen Ideen und Projekten, und da mein Büro Zuhause ist, ist Homeoffice sowieso meine Normalität. Was mir fehlt, sind Meetings oder Business-Trips, also das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten und der direkte und persönliche Austausch zu bestimmten Themen. Ich vermisse die Abwechslung. Ich habe viele Freude in der Gastro- und Kultur-Branche, denen es zur Zeit nicht gut geht, die wenig bis keine staatliche Unterstützung erhalten. Es tut mir weh, das zu beobachten, auch weil ich eine große Sehnsucht danach habe, mit meinem Mann mal wieder so richtig schick essen zu gehen, oder ein Konzert zu besuchen. Ich scharre sozusagen mit den Hufen – trotz Yoga…

Yoga-Unterricht, Meditationen und Coachings finden jetzt digital statt. Welche Vor- und Nachteile haben all die neuen Online-Angebote? Wie ist das Feedback Deiner Schüler?   

Wir sagen immer: sich online zu treffen, ist besser als gar nicht. Ich habe eine treue Gruppe von Schüler:innen, die ich zweimal in der Woche auf Zoom unterrichte. Das ist auch immer eine Art Check-In: wie geht es euch, was macht ihr gerade, was sind eure Herausforderungen? Viele sagen, dass das regelmäßige Yoga ihrem Alltag eine Struktur gibt, ganz zu schweigen von den körperlichen und mentalen Vorteilen, die das Yoga mit sich bringt. Manche genießen es auch, dass der Weg zur Yoga-Matte so kurz ist, und sie unbeobachtet Yoga machen können. Es ist scheinbar doch immer wieder ein Thema, ob die Person auf der Matte nebenan etwas „besser“ kann… Das Coaching funktioniert online sehr gut, da ich meistens sowieso mit nur einer Person sehr fokussiert arbeite. Meine ProAgeYoga-Online-Kurse werden sehr gut angenommen und helfen viele Menschen durch die Corona-Zeit. Aber: Mir fehlen meine Retreats und Fortbildungen sehr und ich freue mich schon extrem darauf, wenn die Hotels wieder öffnen, wir uns alle wieder live sehen, und zusammen auf der Matte üben können. Das geht auch meinen Schülern so.

Kannst Du neben all den entstandenen Belastungen und Ungewissheiten auch etwas Positives herausziehen? Was wünschst Du Dir in der Zukunft – beruflich und privat? 

Für mich ist dieser Rückzug auch eine Chance, weniger abgelenkt zu sein und mich mehr auf das zu konzentrieren, was meine Arbeit und mein Leben wirklich ausmacht. Wenig Kontakt zu anderen Menschen bedeutet für mich, eine intensivere Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Außerdem ist diese Zeit auch sehr gut geeignet, um Bücher zu schreiben. Ich bin also gerade ganz froh darüber, dass ich mehr Ruhe habe.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich mit meinem ProAgeYoga-Programm sehr viele Menschen erreichen kann – nicht nur digital. Ich freue mich sehr auf Austausch und Inspiration in beide Richtungen. Den Prozess des Älterwerdens mit anderen Menschen gemeinsam zu erfahren, ist für mich einfach Lebenselixier. Privat bin ich im Moment sehr engagiert, gesund und nachhaltig zu leben. Ich habe zum Beispiel gerade eine Woche gefastet und meinen Mann dazu inspiriert, es mir gleich zu tun. Das war eine perfekte Detox-Erfahrung im Frühjahr. Jetzt steht aber wieder leckeres und gesundes Essen auf dem Plan.

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Sich in diesen Zeiten bei Laune zu halten ist nicht so einfach. Was ist Dein Geheimrezept? Welchen Rat hast Du für unsere Leser:innen, die mit der aktuellen Situation total überfordert sind?

Gerade in dieser Zeit ist es extrem wichtig, Selbstfürsorge zu betreiben. Das wird leicht übersehen, weil wir manchmal vergessen haben, wofür wir gerade leben. Deswegen können wir in dieser sowieso sehr reduzierten Zeit den Blick auf uns selbst richten und dafür sorgen, dass wir gesund essen, viel rausgehen, uns bewegen, gute Bücher lesen und eventuell auch Yoga und Meditation üben. Unabgelenkt zu sein, reduziert auf das Wesentliche – das ist auch ein Geschenk dieser Corona-Zeit, das wir für uns selbst nutzen können! Ich empfehle, sich jeden Tag körperlich zu betätigen. Das bringt uns auf andere Gedanken, hält uns fit, und setzt Glückshormone im Körper frei. Wenn wir uns körperlich gut um uns selbst kümmern, sind wir automatisch auch mental besser aufgestellt. Wer möchte, kann es mit Meditation versuchen. Es gibt gute geführte Meditationen (zum Beispiel in meinen Online-Kursen) oder die einfache Variante: Fünf Minuten hinsetzen, nichts tun und die eigenen Gedanken und Gefühle beobachten. Das kann sehr aufschlussreich sein.

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Wie gelingt es Dir, trotz Deines täglich straffen Zeitplans zwischen Job, Kindern und Familie, auch noch Zeit für dich selbst oder die Zweisamkeit mit Deinem Partner zu schaffen?

Meine Quality Time ist morgens: Ich dusche kalt, trinke meinen Ingwer-Kurkuma-Tee und gehe auf meine Yoga-Matte bzw. unterrichte online. Dann gibt’s eine Matcha-Latte und die Tageszeitung, und ab ca. 9.30 Uhr sitze ich am Schreibtisch. Meistens verabrede ich mich mittags auf einen Spaziergang, damit ich wenigstens einmal täglich rauskomme.

Was leider etwas zu kurz kommt, ist die romantische Seite meiner Ehe. Mein Mann ist beruflich viel unterwegs und immer wenn er zurückkam, sind wir gemeinsam essen gegangen und haben uns über alles ausgetauscht, was in der Zwischenzeit passiert ist. Das ist leider gerade nicht möglich und ich vermisse es sehr, mich schön anzuziehen und auszugehen. Ich habe noch nie so viel eingekauft und gekocht, wie in den letzten Monaten. Gefühlt bin ich nur noch Zuhause und funktioniere, und das beginnt mich zu langweilen. Ich würde sehr gerne wieder reisen mit Mann und Kind, um andere Orte und Menschen kennenzulernen. In meinem Herzen bin ich ein Hippie und dieses brave Leben ist manchmal eine echte Herausforderung für mich. Ich vertröste mich dann darauf, dass das alles irgendwann wieder möglich sein wird – und bis dahin machen wir es uns so schön, wie wie es eben geht.

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Happy Living & Happy Aging” – das ist Elena Lustigs Lebenseinstellung. Ihre persönlichen Wohlfühl-Favoriten verrät sie exklusiv auf HEYDAY

Flower & Spice Wohlfühl-Tipp Elena Lustig
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Saubere Sache

Bis vor ein paar Monaten war meine Haut so richtig gestresst – wegen des Wetters, wegen der Corona-Masken und auch immer wieder wegen hormoneller Schwankungen. Nichts hat geholfen. Dann bekam ich von einer Freundin den Tipp, mich doch mal mit clean beauty zu beschäftigen, also mit Kosmetik, die auf fragwürdige Inhaltsstoffe verzichtet – wie etwa Parabene, Aluminium, Silikone usw. Was ich bisher auch nicht so gut vertragen habe, sind Wachse und ätherische Öle, die in vielen Öko-Marken enthalten sind. Also bin ich umgestiegen auf einfache Öle, wie z.B. auf Jojoba-Öl und auf die Produkte von Flower & Spice, die aus 100% natürlichen Bio-Zutaten bestehen, lecker riechen und meiner Haut super gut tun. Die Umstellung hat ein paar Wochen gedauert, aber jetzt strahlt meine Haut wieder und sieht wirklich sichtbar satt und genährt aus.

Yogamatte
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Nicht ohne meine Matte

Meine beste Freundin ist meine Yogamatte. Das tolle am Yoga ist, dass man es wirklich überall machen kann. Deswegen habe ich für Zuhause eine relativ dicke Yogamatte, die mich komfortabel abpolstert und wenn ich unterwegs bin, stopfe meine super leichte und dünne Travel-Mat notfalls noch in meine Handtasche. Bei beiden Matten ist mir wichtig, dass sie rutschfest und aus natürlichen Materialien sind. Die eKO-Mat von Manduka erfüllt für mich alle diese Kriterien. Niemals ohne, egal wo ich bin.

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Mein Name ist Programm

Mein Name ist Programm und ein klares Statement zum Thema Älterwerden. Mein T-Shirt ist einfach super bequem, toll beim Yoga, und auch cool unterm Blazer. Und weil ich nicht einfach nur ein weiteres schönes T-Shirt in die Welt bringen wollte, das natürlich nachhaltig produziert ist, spende ich einen Teil des Erlöses an Amanda, einen Münchner Verein, der junge Mädchen und Frauen bei Problemen in der Familie, der Schule, der Beziehung oder in der Schwangerschaft unterstützt.

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Upcycling für Zuhause

Ich liebe die Kombination von Design und Vintage und habe mich riesig gefreut, als ich mit den Kelim-Kissen von Wildheartfreesoul unser altes Togo-Sofa wieder neu beleben konnte.
Beyza, die Gründerin von Wildheartfreesoul, ist Yogini und ihr Label ist absolut nachhaltig. Sie fährt regelmäßig in die Türkei, wo sie alte Kelims persönlich aussucht und aufkauft. Dann werden die Kelims gewaschen und aufgearbeitet. Aus manchen lässt sie Kissen machen, zum Beispiel wenn sie zu kaputt sind, aber die meisten Kelims landen strahlend schön und wie neu in ihrem kleinen Laden am Prenzlauer Berg und warten darauf, jedes Zuhause gemütlicher, schöner und stilvoller zu machen.

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Power-Elixier

Die Zell-Tonics von INJU haben es mir echt angetan. Sie versorgen jede Körperzelle von innen mit frischer Energie und helfen mir so, mich nicht nur gesund und fit zu fühlen, sondern auch so auszusehen. Für mich sind sie die perfekte (Nahrungs-)Ergänzung zu meinem Pro-Age-Yoga-Programm. INJU ist ein kleines Berliner Startup, das die Tonics selbst vor Ort produziert, und natürlich ist jede Zutat handverlesen und Bio.

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Richtig runter kommen

Samavritti bedeutet: die Wellen beruhigen. Damit sind unsere unruhigen Gedanken und Gefühle gemeint, unsere Wellen im Geist sozusagen. Samavritti ist meine liebste Meditation, weil sie bei mir immer funktioniert!
Setze dich auf einen Stuhl oder auf ein Meditations-Kissen. Du kannst dich auch flach auf den Rücken legen. Dann beginne lang ein- und auszuatmen. Zähle dabei auf vier bei der Einatmung und auf vier bei der Ausatmung. Dann beginne die Pausen dazwischen immer länger werden zu lassen, sodass du auch hier nach einer Weile auf vier zählen kannst. Auf vier einatmen, auf vier halten, auf vier ausatmen, auf vier halten. Wiederhole das so lange du möchtest, und beende die Meditation indem du deinen Atem wieder ganz normal fließen lässt.

Fotos: PR, Elena Lustig, Anne Smith


Über Elena Lustig

Elena Lustig Wohlfühlen Pro-Age-Yoga Anne Smith
Elena Lustig, 51, ist langjährige Buddhistin, zertifizierte Anusara-Yoga-Lehrerin und Coach, Meditations-Lehrerin und Autorin des Buches Pro Age Yoga.

Im Interview mit HEYDAY erzählt die Yoga-Expertin mehr über ihr Pro-Age Konzept. HIER kannst Du das ganze Interview lesen.

Das aktuelle Buch von Elena Lustig, Pro-Age Yoga – Selbstbewusst älter werden, ist gerade im Theseus Verlag erschienen. Zu ihrem Buch hat sie ein spannendes Online-Coaching-Programm entwickelt, das Menschen darin unterstützt, ihr volles Potential auszuschöpfen, ihre wertvolle Zeit zu nutzen und sich auf allen Ebenen weiter zu entwickeln. Alle Infos rund um Pro-Age und Wellbeing findet ihr auf der Webseite Elena Lustig Yoga.

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