„Am Ende bin ich einfach meinen eigenen Weg gegangen. Mein Bauchgefühl hat mich nie getäuscht“

Sandra Ludewig

Die Sängerin und Songwriterin Peggy March (75) wollte von klein auf nur eins: Singen. Im Alter von zarten 15 Jahren landete sie mit dem Song „I will follow him“ einen Welthit. Was sie auf ihrer Reise vom jungen Shootingstar zur selbstbewussten Frau erlebt hat und wie ihr Bauchgefühl ihr geholfen hat, immer wieder den richtigen Weg zu finden, verrät Peggy im Interview

Peggy March im HEYDAY-Interview

Sängerin, Songwriterin und Autorin: Mit 75 hat Peggy March immer noch Träume und tourt rund um den Globus – von Bad Kleinkirchheim bis nach Bangkok

HEYDAY: Liebe Peggy, pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März 2023, der auf deinen 75. Geburtstag fiel, hast du deine Autobiografie in Deutschland herausgebracht…

Peggy March: Ja, nach Monaten voller Arbeit, Fleiß und Freude war es so weit: Endlich erschien mein Buch, und zusätzlich war auch noch Weltfrauentag und mein Geburtstag. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei so vielen Menschen bedanken, die mich dahin gebracht haben, wo ich heute bin.

Peggy March im HEYDAY-Interview

Gute Gründe, um dreifach zu feiern: Peggys Autobiografie erschien am 8. März 2023 – ihrem 75. Geburtstag und zugleich dem internationalen Weltfrauentag

Du bezeichnest das Buch als „eine Ode an das Bauchgefühl“. Was hat dich dein Bauchgefühl gelehrt, und warum sollte man auf das eigene Bauchgefühl hören?

Das Bauchgefühl ändert sich natürlich bisweilen. Es kommt es immer auf die jeweilige Fragestellung oder die Situation an. Ich habe aber oft bemerkt, dass es bei manchen Problemen oder Fragen besser für mich ist, wenn ich meinem Bauchgefühl zuhöre und ihm vertraue.

Mein Bauch hat mich nie in die falsche Richtung geleitet und das ist gut so. Er hat mir oft gezeigt, welchen Weg ich einschlagen soll. Wenn ich verzweifelt bin, entstehen manchmal einfach Botschaften in meinem Gehirn, wie eine eigene Sprache – auch das gehört zum Bauchgefühl. Und nicht nur ich habe die Fähigkeit, meinem Bauchgefühl zu lauschen – jeder Mensch kann das. Nur du kennst dich selbst am besten!

„Nicht nur ich habe die Fähigkeit, meinem Bauchgefühl zu lauschen – jeder Mensch kann das. Nur du kennst dich selbst am besten!“

Kannst du uns ein Beispiel geben, wann dir das Bauchgefühl ein zuverlässiger Kompass war?

Ja, zum Beispiel, als ich im vergangenen Dezember für einige Shows in Bangkok angefragt wurde. Aufgrund meines Bauchgefühls habe ich spontan sofort Ja gesagt, bevor ich mir die Sache überhaupt richtig überlegt hatte. Aber dann wurde mir klar, dass ich da ja alleine hinfliegen muss, mit Zwischenlandungen in verschiedenen Ländern, in denen ich nie zuvor gewesen bin. Ich dachte mir nur: Spinnst du, du wirst überall ganz auf dich gestellt sein! All diese Flughäfen, in denen ich nie im Leben war und die vielen verschiedenen Airlines, bei denen ich einzelne Flüge buchen musste.

Ich geriet in Panik. Aber gleichzeitig sagte mir mein Bauchgefühl, dass ich diese Reise unbedingt machen wollte, und es mir guttun würde, sie anzutreten. Da ich noch ein paar Monate Zeit für die Vorbereitungen hatte, begann ich also damit, herumzutelefonieren und mir Tipps von Freunden und Bekannten einzuholen. Und dann stieß ich im Internet auf ein Blog, in dem eine Dame beschreibt, wie sie ganz allein nach Thailand geflogen ist. Sie schildert, was sie alles eingepackt hat, wie sie sich organisiert hat, wie sie die mehrfachen Buchungen abgewickelt hat. Zusammen mit guten Ratschlägen von Freunden, die sehr viel international reisen, hat mir das meinen inneren Frieden wiederhergestellt.

Und siehe da: Ich bin ohne Probleme hin und wieder nach Hause gekommen. Ich hatte eine fabelhafte Zeit in Thailand. Es war stets jemand da, der sich um mich zu kümmerte. Das war einfach nur toll. Fazit: Hätte ich nicht auf mein Bauchgefühl vertraut und mich von meinen Ängsten, Problemen und meiner Panik leiten lassen, dann hätte ich diese wunderbare Reise nie gemacht.

Du arbeitest schon seit Jahrzehnten in der Männerdomäne der Musikbranche. Wie schätzt du die aktuelle Lage für Frauen aus deiner Branche im Hinblick auf Gleichberechtigung und Emanzipation einschätzt…

Also ich sehe das so: Die Welt war schon immer eine Männerwelt. Das Narrativ lautet: Frauen sind nur für die Kinder da. Frauen konnten sich jahrhundertelang nicht gegen dieses Narrativ wehren, weil sie oft weder schreiben noch lesen konnten. So gesehen hat sich heute vieles verbessert. Doch die aktuelle Situation der Frauen ist noch immer nicht perfekt, da sie im Vergleich mit Männern nach wie vor weniger Geld für dieselbe Arbeit verdienen. Immer noch entscheiden Männer – und das ist das Problem: Es gibt nicht genug Frauen in den Chefetagen. Ich glaube auch, wenn Frauen mehr Entscheidungen für die Welt treffen würden, gäbe es weniger Kriege.

Ich muss aber sagen, dass sich nicht jede einzelne Frau um die gesamte Frauenwelt kümmern kann. Man kann nur von den Erfahrungen lernen, die man selbst sammelt. Man kann anderen Frauen nicht vorschreiben, was sie machen sollen. Aber ja: Das Leben als Frau ist immer ein Kampf gewesen.

Ich kann mich noch erinnern: Als ich mit 15 oder 16 zum ersten Mal nach Deutschland kam, war ich höchst verwundert, dass es am Set einen „weiblichen Kameramann“ gab. Ja, das war irre! Ich dachte: Das ist aber toll, eine Frau! Daran kann man sehen, dass Deutschland in den Sechzigerjahren den USA voraus war.

Peggy March im HEYDAY-Interview

In der Männerdomäne der Musikbranche hat sich Peggy in ihrer – wie sie es nennt – „kleinen Besetzung“ über Jahrzehnte hinweg stets durchgesetzt

Peggy March im HEYDAY-Interview
Foto: Instagram
Peggy March im HEYDAY-Interview

„Die aktuelle Situation der Frauen ist noch immer nicht perfekt, da sie im Vergleich mit Männern nach wie vor weniger Geld für dieselbe Arbeit verdienen. Immer noch entscheiden Männer – und das ist das Problem: Es gibt nicht genug Frauen in den Chefetagen“

In der Musikbranche wurden in früheren Jahrzehnten viele Frauen ausgenutzt – hierarchisch und auch sexistisch. Wie waren deine Erfahrungen – und ist das womöglich noch immer so?

Ich habe in den früheren Jahren meiner Karriere tolle Erfahrungen gemacht, weil ich einen Mann hatte, der wirklich auf mich aufgepasst hat. Für mich war das gut, weil ich nie ein aggressiver Mensch war. Ich denke, wenn ich in der Branche aufgetaucht wäre und gesagt hätte „ich will singen“, dann wäre nihcts passiert. Ich war nie eine Person, die sich in den Vordergrund drängt, sondern eher sehr scheu. In dieser Hinsicht hat mein Mann, der ja auch mein Manager war, mir wahnsinnig viel gezeigt und beigebracht. Er hat mich in allem unterstützt. Er war einfach ein Mann, der Frauen als gleichberechtigt ansah.

Viele Frauen wurden damals richtig klein gehalten, sie mussten für wenig Geld auftreten und sie wurden auch in eine gewisse Rolle gedrängt. Nicht wenige Frauen haben mir erzählt, dass sie die Rolle des süßen blonden Popstar-Sternchens auszufüllen hatten, das aber gar nicht wollten. Das passierte leider sehr, sehr oft. Am Beginn meiner Karriere hatte ich noch einen anderen Manager als meinen Mann, und da ist es mir tatsächlich genauso ergangen.

Das kann man auch in meinem Buch lesen – wie mein erster Manager mich dauernd gedemütigt hat. Ich war ja damals nicht nur eine weibliche Person, sondern obendrein noch ein Teenager. Ich hatte also überhaupt keine Macht. Mein Manager konnte machen, was er wollte – das lag auch an den damaligen Gesetzen in meines Heimatstaats Pennsylvania. Bis ich 18 wurde, war ich gewissermaßen fremdgesteuert: Ich hatte keine Macht und nichts zu sagen. Der Manager hatte so eine Art Klicke, ein Anwalt steckte da mit drin, und – wie meine Mutter immer glaubte – auch ein Richter. Die Frau des Managers erhielt von meinen Tantiemen 100 Dollar die Woche! Wofür? Ich habe nichts bekommen!

All das wusste ich damals aber nicht. Ich war viel zu jung und aufgrund der Gesetze konnten meine Eltern auch nichts ausrichten. Mein Manager konnte wirklich mit mir machen, was er wollte – solange er mich nicht vergewaltigte oder sonst wie körperlich belästigte. So waren damals die Zeiten und viele Künstler:innen haben darunter gelitten. Unzählige wurden ihrer Einnahmen beraubt, auf verschiedenste Art und Weise.

Peggy March im HEYDAY-Interview

Wie siehst du das Thema Finanzen? Wie wichtig sind Kenntnisse über Finanzen für Frauen?

Also ich kenne so viele Frauen, die – wenn ihr Mann stirbt, zum Beispiel – feststellen, dass ihr Partner in finanzieller Hinsicht stets alles für sie erledigt hat. Er hat alles gemacht – die Rechnungen bezahlt, die Versicherungen, das Auto in Schuss gehalten, einfach alles. Wenn der Mann überraschend stirbt, sind die Frauen plötzlich im Nirgendwo gelandet.

Ich hatte Glück, mein Mann hat mir vieles beigebracht und ich hatte vor seinem Tod auch noch drei Jahre, um alles Wesentliche zu erlernen, damit ich später allein gut klarkomme.

Das war früher eine andere Zeit: Die Frau war im Haushalt, die sollte mit Finanzen am besten nicht viel zu tun haben, der Mann hat alles geregelt. Die Welt hat sich inzwischen geändert, aber es gibt immer noch viele Frauen, die sich nicht um ihre Finanzen kümmern. Dabei ist es doch wichtig, dass man auch allein selbstständig leben kann…

Oh ja, es ist furchtbar wichtig. Ich glaube, das Problem ist, dass wir Frauen oft nicht den Willen oder die Nerven dafür haben. Manche haben auch Angst vor dem Thema, weil die Männer in ihrem Leben zu stark sind, und sie dauernd unterdrückt werden. Wenn man zum Beispiel so aufwächst, dann hat man nicht nur keine Lust, sondern auch Angst vor solchen Themen.

Peggy March im HEYDAY-Interview
Peggy March im HEYDAY-Interview
Peggy March im HEYDAY-Interview

Wie bist du damals damit umgegangen, als du die Sache mit deinem ersten Manager herausgefunden hast? Was hast du da für Gefühle gehabt?

Ich war hilflos und gefangen. Es ist ein furchtbares Gefühl. Und meine Eltern konnten auch nichts machen. Also planen konnten wir schon, aber das hat nicht geholfen, weil der Richter und die Rechtsanwälte waren alle auf der Seite meines damaligen Managers. Und die dachten sich sicher auch: Sie ist ein Kind. Was weiß sie schon? Ihre Eltern sind aus einer kleinen Stadt, die wissen nichts. Es war gemein, aber so war es.

Ich glaube, die Zeiten haben sich geändert. Man merkt das an Britney Spears. Sie wurde zwar auch von einem Mann – ihrem Vater – und von der Gesetzgebung unterdrückt. Aber sie hat sich wenigstens gewehrt und sagte: „Nein, jetzt ist Schluss. Es ist egal, was die Verträge sagen!“

„Am Ende bin ich einfach meinen eigenen Weg gegangen. Ich habe mich zum Beispiel sehr gefreut, nach Deutschland zu ziehen, oder in Japan aufzutreten. Ich habe gemacht, was ich liebe“

Wie war das, als du 1963 plötzlich über Nacht zum Star wurdest? Hast du es damals überhaupt realisiert, dass du ein richtiger Weltstar bist?

Ich war 15 und plötzlich hatte ich einen Nummer-eins-Hit in Amerika. Was ich daraufhin bemerkte war, dass meine Schulfreunde plötzlich schüchtern mir gegenüber waren. Vor allem die Jungs waren zurückhaltend. In ihren Augen war ich nicht der gleiche Mensch, mit dem sie aufgewachsen sind, sondern ich war jemand anderes. Und das hat weh getan. Denn ich war ja schließlich dieselbe Person wie davor auch. Manchmal bin ich weinend von einem Schultanz nach Hause gekommen, und habe meine Eltern erzählt, dass niemand mit mir tanzen wollte. Natürlich ist das für einen Teenager eine Tragödie. Von den Schulkameraden, die ich seit der ersten Klasse kannte, haben in der neunten Klasse nur noch wenige mit mir gesprochen. Die Jungs hatten Angst, dass sie gedemütigt werden, wenn sie mich um ein Rendezvous bitten. Überhaupt: Teenager können schon sehr gemein sein.

Am Ende bin ich einfach meinen eigenen Weg gegangen. Ich habe mich sehr gefreut, nach Deutschland zu ziehen, oder in Japan aufzutreten. Ich habe gemacht, was ich liebe. Ich stand auf vielen Bühnen, ohne dass Freunde um mich herum waren.

Peggy March im HEYDAY-Interview

Man wächst ja auch irgendwann in jede Rolle rein, oder?

Klar, und bei mir war das wirklich so: The show must go on! Das ist schon manchmal sehr kräftezehrend. Zum Beispiel, wenn man von schlimmen Ereignissen aus der Bahn geworfen wird und dennoch immer weiter performen muss. Ob gute oder schlechte Tage: Der Druck war immer da.

Mein Gott, wenn ich mich so reden höre, könnte man meinen, mein Leben sei schlecht gewesen. Nein, nein, das war es nicht! Es gab immer Ereignisse, die fantastisch waren. Oder Entscheidungen, bei denen ich die richtige Wahl getroffen habe. Das war toll und macht mich stolz. Aber heute wäre ich schon extrem glücklich, wenn ich endlich das Internet verstehen, und herausbekommen könnte, was in meinem Computer passiert und wie das alles funktioniert (lacht).

Das Buch „I Will Follow Me – Wie ich anfing, ich selbst zu sein“ von Peggy March

Die Geschichte einer Emanzipation

Vom jungen, unbedarften Shooting-Star zur selbstbewussten Frau: Die Autobiografie eines international erfolgreichen Schlagerstars, einer Ehefrau, Mutter und Schwester, die viele Höhen und auch Tiefen, eine große Liebe und schließlich die Reise zu sich selbst erlebt.
Die Autobiografie „I Will Follow Me – Wie ich anfing, ich selbst zu sein“ erschien 2023 in Deutschland, wo Peggy March viele Jahre lebte und große musikalische Erfolge feierte. Noch heute pendelt sie zwischen Florida und ihrer einstigen Wahlheimat, wo sie nach wie vor auf großen und kleinen Festivals auftritt.

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Worauf bist du so richtig stolz in deinem Leben?

Manchmal denke ich nach einer schwierigen Situation: Wow, da war ich richtig mutig. Das ist richtig, richtig toll! Und dann fühle ich mich stolz.

Oder wenn ich sehe, wie meine Tochter ihre Kinder erzieht, was für eine Persönlichkeit sie geworden ist, was sie erreicht hat und wie sie ihr Leben führt – auch das macht mich stolz.

Ebenfalls stolz bin ich, weil ich mir angewöhnt habe, Leuten Briefe zu schreiben, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mir in verschiedenster Art und Weise Unrecht getan haben. Ich schreibe ihnen dann: Du hast dich schlecht benommen und das war gar nicht notwendig. Früher habe ich vieles heruntergeschluckt. Ich dachte mir: Der Ärger lohnt sich nicht. Aber nein, heute denke ich anders: Manchmal muss man sich ärgern, man muss den Mund aufmachen und sich wehren!

„Früher habe ich vieles heruntergeschluckt. Ich dachte mir: Der Ärger lohnt sich nicht. Aber heute denke ich anders: Manchmal muss man sich ärgern, man muss den Mund aufmachen und sich wehren!“

Wie erlebst du das Älterwerden? Was ist das Gute daran und was nervt so richtig?

Es nervt, wenn mein Rücken weh tut, oder wenn ich mal wieder zum Zahnarzt muss. Nervig sind hauptsächlich Probleme mit der Gesundheit, oder wenn ich zum 14. Stock die Treppe benutzen muss. Aber ich habe das Glück, dass ich gesund bin. Ich könnte vielleicht etwas Gewicht verlieren, aber ich bin viel zu faul. Gymnastik? – Nee.

Du machst also keinen Sport?

Das ist nicht mein Ding, wirklich nicht. Statt ins Fitnessstudio zu gehen, sehe ich mir lieber Dokus an, wie sich die Erde verändert hat oder ich lese Bücher. Aber ich bin mir im Klaren darüber, dass ich fitter wäre, wenn ich Sport machen würde.

Und was findest du gut am Älterwerden?

Die vielen Erfahrungen, auf die man zurückgreifen kann und die Weisheit, die dadurch entsteht. Darüber spreche ich oft mit meiner Freundin Mary – es ist lustig, mit ihr zusammenzusitzen. Denn wir haben in etwa das gleiche Alter. Wir sind über lange Zeit Freundinnen geblieben, und wir sprechen über alles Mögliche. Bei manchen Situationen denkt man ja oft: Das passiert nur mir – ich bin der einzige Mensch auf dem Planeten, dem das widerfährt. Aber ein Gespräch mit einer Freundin rückt dieses Gefühl schnell wieder gerade, da man ja tatsächlich nie die Einzige ist, der ärgerliche Sachen passieren. Ich stelle auch fest, dass ich bei Interviews oft Sachen sage, die ich mit 20 auf gar keinen Fall geäußert hätte. Damals hätte ich Angst gehabt, schief angeschaut zu werden. Heute ist mir das egal. Und siehe da: Alles, was ich sage, wird heute akzeptiert.

Wie ist das für dich, wenn du jetzt als weiblicher Star mit 75 auf der Bühne stehst? Gibt es da immer noch den Druck, stets jung und knackig auszusehen? Darf man denn als Frau auf der Bühne überhaupt altern?

Gelegentlich war ich schon unzufrieden mit mir selbst. Ich hatte ein wenig zu viel Gewicht für meinen Geschmack. Aber niemand hat das jemals angesprochen. Dennoch war ich unzufrieden. Also habe beschlossen, etwas bei einer Schönheitschirurgin machen zu lassen.

Aber am Ende ist es ja so: Man kann nicht immer jung aussehen. Das ist unmöglich! Muss ich akzeptieren, dass ich älter werde? – Ja! Ich sehe so gut aus, wie ich kann, mit dem, was mir zur Verfügung steht.Und was ich mache, mache ich für mich und nicht für andere– das fand ich schon immer wichtig.

„Man kann nicht immer jung aussehen, es ist unmöglich! Muss ich akzeptieren, dass ich älter werde? – Ja! Ich sehe so gut aus, wie ich kann, mit dem, was mir zur Verfügung steht. Und was ich mache, mache ich für mich und nicht für andere“

Gibt es etwas, was du unbedingt machen möchtest, was noch auf deiner Liste steht? Könntest du dir zum Beispiel auch vorstellen, dich noch mal zu verlieben?

Was auf mich zukommt, werde ich annehmen. Aber noch ein neuer Mann? Nein, das ist nicht notwendig. Ich hatte bereits den für mich allerbesten Mann. Er war 22 Jahre älter als ich und er hat mir wahnsinnig viel beigebracht – auch einfach durch sein Wesen.

Heute habe ich einen engen Freundeskreis und ich liebe mein Haus in Florida. Ich liebe auch Deutschland. Aber dort ist es oft zu kalt (lacht). Alles in allem bin ich glücklich: Ich habe mir nie Gedanken über das Älterwerden gemacht. Ich weiß, dass ich älter werde. Dennoch überrascht es mich immer wieder, wenn ich sage: Ich bin 75.

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Peggy March im HEYDAY-Interview

Erfahre mehr über Peggy

Die US-amerikanische Pop- und Schlagersängerin sowie Songwriterin Peggy March wurde 1948 als Margaret Annemarie Battavio in Lansdale/Pennsylvania geboren. Bereits mit 13 Jahren bekommt sie einen Plattenvertrag bei RCA, im Alter von 15 Jahren wird sie 1963 in den USA mit ihrem Nummer-Eins-Hit I Will Follow Him berühmt. Sie war damals die jüngste Künstlerin, der das bis dahin gelungen war. In den 1960er- und 1970er-Jahren war sie in Deutschland als Schlagersängerin mit Liedern wie Mit 17 hat man noch Träume erfolgreich.

Peggy March lebt in Florida. Sie war 45 Jahre mit ihrem Ehemann und zweiten Manager Arnold Harris verheiratet, der 2013 verstarb. Die beiden lebten von 1969 bis 1981 in München, wo auch ihre gemeinsame Tochter Sande zur Welt kam.

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1965 hatte Peggy viel Erfolg mit dem Hit Mit 17 hat man noch Träume, der sich dreieinhalb Monate lang in der deutschen Hitparade hielt und bis auf Platz zwei kletterte. 2019 legte sie das Musikstück neu auf – und änderte den Text: Was dabei herauskam, wäre eine veritable Hymne für HEYDAY, denn Peggy stellt ganz richtig fest: „Ob mit 17 oder 70 – man ist nie zu alt für Träume.“ Hört doch hier unten mal rein in Man ist nie zu alt für Träume – den ultimativen Mutmacher-Song für alle Frauen unserer Communiity…

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