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„Ich will nicht in einem Showroom leben”

Tonya Matyu

Nach einem beruflich bedingten Umzug von Hamburg nach Berlin richtet sich die PR-Expertin Kerstin Diehl nun erstmals ihre Traumwohnung ein. Ihr Credo: Ein konkretes Wohnkonzept hat nichts mit teuren Designer-Stücken zu tun und sollte Behaglichkeit auf keinen Fall ausschließen. In unserem Interview gibt die Kreative wertvolle Einrichtungs-Tipps

Kerstin Diehl Homestory

Wie es ihr gefällt: In ihrer Traumwohnung im Berliner Viertel Prenzlauer Berg schwelgt Kerstin in kräftigen Farben und wildem Mustermix

Kerstin Diehl Homestory

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HEYDAY: Du bist erst vor kurzem in Deine neue Wohnung in Berlin eingezogen und hast sie komplett neu ausgestaltet. Was war Deine Vision?

Kerstin Diehl: Mit 43 Jahren habe ich zum ersten Mal das Gefühl, eine Wohnung zu haben, in der ich mich mit der Einrichtung zu hundert Prozent verwirklichen kann. Ich habe das erste Jahr in Berlin zur Untermiete und davor lange in Hamburg in einer Neubauwohnung gelebt. Das war okay, aber nie so richtig meins.

Bei der Wohnungssuche in Berlin bin ich fast verzweifelt, beinahe hätte ich wieder einfach irgendwas angemietet. Eine Freundin hat mir dann den Rat gegeben „Du musst reinkommen und das Gefühl haben: das ist es, das ist meins. So lange suchst Du jetzt!“ Das habe ich mir zu Herzen genommen und dann ging es ganz schnell. Wie ein Sechser im Lotto – die hohen Wände, eine Flügeltür, wie ich sie mir immer gewünscht habe, die abgerundeten Fenster, ein perfekter Berliner Altbau und das zu einem wirklich guten Mietpreis – gefunden auf einer der üblichen Plattformen.

Ich hatte Glück, aber ich glaube, die Wohnung wollte zu mir. Sogar der Vermieter sagte, er hätte bei mir das Gefühl gehabt, dass ich was Schönes daraus mache. Das war dann auch die Vision: No Limits – alles, was gefällt kommt mit und durch die Verbindung zu mir wird es eins. Die Wohnung soll ein Happy Place sein, ich will mich mit schönen Dingen umgeben und die sind in meinem Fall meistens bunt – grau und dunkel ist es doch ohnehin draußen und das finde ich ganz ungemütlich. Um einen Buchtitel von Jonathan Adler zu zitieren: My Prescription for Antidepressive Living – mit bunten Farben und Mustern vertreibe ich trübe Gedanken. Auch, wenn ich oft damit hadere, positiv zu denken und optimistisch zu sein, sollte meine Wohnung das jeden Tag für mich ausstrahlen und hoffentlich auf mich abstrahlen.

Deine Wohnung ist perfekt durchgestylt – wie würdest Du Deinen Interieur-Stil beschreiben?

Danke, aber ich glaube, das täuscht. So perfekt ist es nicht, bzw. ich arbeite tatsächlich daran, dass sie Wohnung nicht perfekt wirkt. Ich will nicht in einem Showroom leben. Das war übrigens mein größter Fehler am Anfang: Ich wollte alles sofort. Das funktioniert aber nicht. Eine Wohnung muss mit Dir wachsen. Und ein ganz großer Tipp: Ein Sofa bitte nie nach dem Look aussuchen – es sollte vor allem bequem sein, am besten beides.

Ein Interior-Profi würde meinen Stil sicher als eklektisch bezeichnen. Manche finden den Stil sicherlich auch verspielt, was ich gar nicht so sehr sehe. Ich mag keine bunten Blumen, romantische Accessoires. Auch, wenn ich auf Farben setze, so ist der Look doch stets grafisch, fast skulptural. Ich mag organische Formen, gerade Linien, ein bisschen Pop, alles in allem verehre ich den Stil von Ettore Sottsass und der Memphis Milano Bewegung. Auf jeden Fall würde ich meinen Stil als international beschreiben.

Inwiefern spiegelt sich Deine Mode-Affinität in der Wohnung wider?

Stark. Das merke ich auch an den Farben. Ich hatte so gewisse Farbkombinationen im Kopf, die auch in der Mode gerade sehr in sind – am Ende hat es sich ganz anders entwickelt, aber es spielte eine Rolle. Ich bin ein sehr visueller Mensch, ich schätze schöne ausgefallene Dinge. Die größte Herausforderung, die den Unterschied zur Mode macht: Bei der Einrichtung schafft man sich im bestem Fall Gegenstände für einen sehr langen Zeitraum an. Mode hat uns in den letzten Jahren das Gefühl gegeben, sich nicht festlegen zu müssen. Auch das ändert sich ja zum Glück gerade.

„Meine Vision: No Limits – alles was gefällt kommt mit, und durch die Verbindung zu mir wird es eins. Die Wohnung soll ein Happy Place sein…”

Kerstin Diehl Homestory
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Wo holst Du Dir Deine Inspiration?

Ich habe Pinterest wieder für mich entdeckt und natürlich Instagram. Dazu habe ich mir viele Home Stories auf Youtube angeschaut, z.B. The Cut vom New York Magazine. Noch ein Tipp: Bei Google auch mal einfach über die Bildersuche gehen. Eine fantastische Inspirationsquelle sind auch Designhotels und Reisen.

Eigentlich wollte ich 2020 erstmals nach Palm Springs reisen. Manchmal schaue ich mir einfach Dokumentationen über Palm Springs an und bekomme neue Ideen. Durch meine Recherche habe ich eine Menge über Design gelernt. Dass ich die Space Age Epoche sehr mag, wusste ich vorher nicht, jetzt hab ich zwei Sputnik-Hängeleuchten aus der Zeit und habe dadurch noch mehr über den Stil recherchiert. Und seit ich Fotos von meiner Wohnung poste, treffe ich auf gleichgesinnte Follower – es gibt eine große Interior Community auf Social Media. Man tauscht sich aus und sucht Inspiration.

Du besitzt viele originelle und auffällige Unikate. Wo wirst du da fündig?

Die Suche war aufwendig und hat viel Zeit in Anspruch genommen. Ich war sehr oft auf amerikanischen Seiten und habe meinen roten Hand Chair sogar aus den USA importieren lassen. Viele Teile habe ich tatsächlich auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Ich wusste vorher genau, was ich wollte und dann ging die Jagd los. Ganz oft bin ich mit den Augen an Teilen hängen geblieben, die eigentlich fürs Kinderzimmer gedacht waren. Das könnte mit meiner Vorliebe für Farbe und Pop Kultur zu tun habe – an einem Stück mit Smiley drauf komme ich einfach nicht vorbei.

In dem Kontext war ich stellenweise schon erschüttert, was der deutsche Erwachsene sich im Durchschnitt ins Wohnzimmer stellt. Gleichmacherei mochte ich noch nie und so ist mein Stil sicher auch eine Hommage an Individualität. Meine Handstühle mit den roten Fingernägeln habe ich in einer Home Story auf YouTube gesehen und dachte, wow, was ist das denn für ein avantgardistisches Designer Piece. Mit allen möglichen Suchbegriffen habe ich gegoogelt – bis ich auf Ebay-Kleinanzeigen fündig wurde – eine Dame hat ihr Nagelstudio in Wuppertal aufgelöst und die Stühle waren tatsächlich eine Limited Edition eines Nagelstudio-Ausstatters. Ich also Auto gemietet und von Berlin nach Wuppertal gefahren und die Stühle abgeholt. Ich habe keine Schicki-Micki Bude mit teuren Designerteilen – ich habe mir meine Sachen zusammengesucht, aus allen möglichen Quellen, immer getrieben vom Design, aber nie von der Marke.

„Viele Teile habe ich tatsächlich auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Ich wusste vorher genau, was ich wollte und dann ging die Jagd los”

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Behaglichkeit muss sein: Das Boxspring-Bett vom Otto Versand hat Kerstin gekonnt aufgepeppt

Muss gutes Design teuer sein? Was ist Dein wertvollstes Möbelstück, und welches das größte Schnäppchen?

Gutes Design ist teuer, das steht schon mal fest. Bei meiner Suche nach schönen Stücken tat es schon manchmal weh, welche grandiosen Teile es gibt, die ich nie mein Eigen werde nennen können. Ehrlich gesagt sollte gutes Design aber auch seinen Preis haben. Ich halte viele Teile für Kunstgegenstände, die nicht an Wert verlieren werden – sie sind wahre Sammlerstücke, und oft steckt eine Menge Handarbeit dahinter. Es gibt etwa wunderschöne Teppiche, die mehrere Tausend Euro kosten, aber eben auch sehr aufwendig in der Herstellung sind. Die ganze Historie des Möbeldesigns ist so spannend. Es sollte etwas besonders sein, z.B. ein Stück von Ettore Sottsass besitzen zu können, ein großer Traum von mir.

Mein teuerster Einrichtungsgegenstand ist sicher mein Bett, und das ist kein Designer Piece, sondern ein Boxspringbett vom Otto Versand – da ich sehr gerne gut schlafe und man ja allgemein viel Zeit im Bett verbringt, musste etwas Hochwertiges her. Ein paar kleinere Teile, wie der Hocker von Moustache, das sind für mich Luxusteile. Ein kleiner Hocker für 320 Euro ist schon eine Ansage. Auch die Kissen von Jonathan Adler mit je um die 200 Euro haben mein Budget strapaziert.

Ein tolles Schnäppchen ist meine Vintage-Tischlampe im Flur, die hab ich bei einem Antiquitätenhändler im Prenzlauer Berg für 48 Euro gekauft. Die Lampe steht übrigens auf einem Metallregal von Roller. Meine vergebliche Suche nach einem orangefarbenen Metallregal hat mich schließlich ins Schnäppchenparadies geführt, Stückpreis 39 Euro. Der Mix macht es.

An welchen Ort ziehst Du Dich zurück, um zu Entspannen oder ein gutes Buch zu lesen?

Da ich mich beim Kauf meines Sofas ja dummerweise vom Look und nicht dem Feel habe leiten lassen, wird das nicht zum Lieblingsplatz in der Wohnung. Aktuell ist es mein Bett. Zum Glück habe ich auch eine Badewanne und ein relativ großes Badezimmer mit eigenem Fenster, das macht das Badezimmer auch zum Lieblingsort.

„Mit dem Ausmisten von Gegenständen mistet man auch immer den Kopf ein bisschen aus.”

Welche Möbel oder Deko-Stücke besitzt Du, an denen Erinnerungen hängen?

Es überrascht nicht, dass ich seit meiner Jugend ein großer Fan von Keith Haring bin. Im Oktober hatte ich das Glück, mir eine große Ausstellung im Museum Folkwang in Essen anzuschauen, ein Highlight für mich! Das Ausstellungsposter habe ich mir eingerahmt und ich schaue es jeden Abend vom Bett aus an und freue mich – über die Kunst und das Lebenswerk von Keith Haring und über meine Leidenschaft, für eine Ausstellung einfach mal von Berlin nach Essen und zurück zu fahren. Im Badezimmer habe ich mir eine kleine Ecke eingerichtet, dort sammle ich Souvenirs von Reisen, eine Kachel aus Santorini, kleine Schalen aus Grasse. Hoffentlich kommen bald neue Mitbringsel dazu.

Gefällt es Dir, immer mehr schöne Dinge anzuhäufen, oder musst Du regelmäßig Sachen ausrangieren?

Ich neige dazu, viel zu kaufen und hadere auch damit. Tatsächlich ist das mit dem Alter aber besser geworden. Die Wohnung ist jetzt so erstmal okay. Die wichtigsten Teile stehen, jetzt geht es mehr um Bequemlichkeit – blickdichte Vorhänge, kuscheliger Badvorleger, so was.

Vor meinem Umzug nach Berlin habe ich sehr viel entsorgt und den Rest über ein Jahr im Storage gehabt. Größte Erkenntnis: Ich habe so gut wie nichts vermisst. Also habe ich noch sehr viel mehr aussortiert und konnte jetzt quasi bei null starten. Das war wichtig und ein gutes Gefühl. Es stimmt, man schleppt manchmal über Jahre zu viel mit sich rum – mit dem Ausmisten von Gegenständen mistet man auch immer den Kopf ein bisschen aus.

Du kombinierst viele Farben, die man vielleicht auf den ersten Blick nicht zusammenstellen würde, dennoch wirkt das Gesamtbild harmonisch und stimmig. Welche Farbkombinationen oder -gruppen empfiehlst Du unseren Leserinnen, die sich etwas mehr Farbe wünschen, aber sich noch nicht so recht trauen?

Dazu ein schönes Zitat von Marc Chagall: „ Alle Farben sind die Freunde ihrer Nachbarn und die Liebhaber ihrer Gegensätze.” Nach meiner Erfahrung fügen sich Farben gut zusammen, wenn es Referenzpunkte und Wiederholungen gibt. Im Wohnzimmer habe ich einen großen bunten Print an der Wand, die Farben finden sich dann in weiteren Elementen der Wohnung wieder – durch die Verbindung mit dem Wandbild wird alles rund.

Ich kann sehr gut verstehen, dass viele Angst vor Farbe haben. Mit Farbe legt man sich fest und bei Einrichtung ist das eben für manche Menschen eine schwierige Entscheidung. Das kann schon richtig schiefgehen, vor allem, wenn Muster dazu kommen.

Wer sich langsam herantasten will, sollte klein anfangen – schon eine farbige Vase oder Kerze kann einen Raum verändern. Ich würde immer mit Accessoires spielen und die kann man ja erstmal uni halten, bevor man sich an Musterspiele herantraut. Auch, wenn Pastell sehr angesagt ist, stehe ich auf kraftvolle Farben, ein Kobaltblau oder knalliges Gelb, Lila in Kombination mit Orange. Das muss aber jeder selbst ausprobieren und schauen, was für ein Gefühl die Farben vermitteln. Eine Freundin von mir hat die Wohnung sehr minimalistisch und hell eingerichtet, auf dem Tisch hatte sie eine pinke Vase stehen, das sah super aus. Einfach mal ausprobieren und auf den Bauch hören. Hauptsache man selbst fühlt sich wohl damit.

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Das Sofa ist der Lieblingsplatz von Kerstins Hündin Stella, an dem Spiegel von Jonathan Adler erfreut sich Kerstin täglich aufs Neue

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Was inspiriert Dich speziell an Berlin?

Berlin gibt mir ein Gefühl von Gelassenheit und davon, dass das Leben immer weitergeht, egal was kommt. Ich habe über 40 Jahre meines Lebens „im Westen“ gelebt. Mein Umzug nach Berlin hat mich auch Ostdeutschland nähergebracht, hier gibt es so viel zu entdecken.

Geschichte ist in Berlin überall spürbar. Ich lebe in einem Denkmal von 1904 im Prenzlauer Berg. Allein sich vorzustellen, was dieses Haus alles erlebt hat – zwei Kriege, die DDR, Mauerfall und jetzt mich und Stella. Dazu lebt die Welt mittlerweile in Berlin, es ist extrem international. Hier ist jeder willkommen und es zählt nicht, was Du hast, sondern mehr, wer Du bist. Sicher auch ein verklärter Eindruck, aber meine Erfahrungen in Berlin waren bis jetzt schlichtweg positiv, ich liebe die Stadt.

Kerstin Diehl Homestory

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„Im Alter möchte ich nicht alleine sein, sondern mit Gleichgesinnten meine Freizeit teilen”

Wer ist Deine Stil-Ikone?

Iris Apfel und Yayoi Kusuma sind extrem inspirierende Frauen – Iris Apfel, da sie bis ins hohe Alter ihren eigenen Stil prägt, der so schön bunt ist. Und Yayoi Kusuma, da so viele – auch düstere – Geschichten hinter ihren fröhlich-bunten Kunstwerken stecken. Dazu trägt sie auch noch meinen Signature-Hair-Look. Wenn es um aktuelle Trends geht, dann die schwedische Sängerin Robyn.

Du arbeitest in der Marketing- und PR-Branche. Würde es Dich reizen, Dein Talent fürs Einrichten in der Zukunft mehr in Deinen Beruf zu integrieren?

Ich habe neulich irgendwo gelesen, dass die Krux daran, sein Hobby zum Beruf zu machen die ist, dass die Leichtigkeit vergeht. Aus Wollen wird Müssen. Das hat mich z.B. auch immer vom Bloggen abgehalten, kurzzeitig hatte ich mal eine Seite, aber aus anfänglichem Spaß am Schreiben wurde dann Pflicht. Daher verneine ich das jetzt. Es gab aber natürlich die Zeiten im Job, in denen wir sehr viele Events veranstaltet haben, und da kam mein Deko Händchen das eine oder andere Mal zum Einsatz. Wir schreiben Konzepte und da hilft es auch, visuelle Vorstellungskraft zu haben – der kreative Geist ist also allemal im Einsatz.

Du hast seit kurzem einen Hund. Ist dein Interieur Haustier-tauglich?

Als meine Schwester die ersten Fotos meiner Wohnung gesehen hat, meinte sie: „Man merkt, dass Du weder Kinder noch Tiere hast”. Mit Hund muss ich jetzt sagen, es ändert sich nicht viel. Bei meinem Sofa habe ich mich wie gesagt vom Design und weniger von der Bequemlichkeit leiten lassen – es ist jetzt sowas wie ein größeres Hundesofa. Ich habe viele Tische aus Kunststoff, die rührt Stella nicht an.

Im Haus meiner Eltern sieht das anders aus, da gibt es viel Holz, Korbmöbel – das ist alles in Gefahr. Das Gute am Leben mit Hund: Die Kleine relativiert alles! Sie lebt im Moment, hat ihre grundsätzlichen Bedürfnisse. Es ist ihr natürlich egal, ob der Stuhl teuer oder günstig war und jeder Teppich bietet sich für ein kleines Geschäft an, für sie zählt eher die Bequemlichkeit, und da ist bei den meisten meiner Stücke Fehlanzeige.

Eines meiner nicht ganz so günstigen Lieblingsteile, der Hocker von Moustache, schreit für mich förmlich danach: Beiß rein! Den hat sie aber noch nicht einmal angerührt. In einer unvorsichtigen Minute knabberte sie allerdings den Umschlag meines Buches von Jonathan Adler an, das tat weh, da das Buch schon älter war. Solange Dinge ersetzbar sind, habe ich aber kein Problem. Es bleiben Dinge, die man mit Geld nachkaufen kann, da rege ich mich nicht auf.    

Kerstin Diehl Homestory
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Wie möchtest Du im Alter wohnen?

Auf jeden Fall ebenerdig. Alles andere muss ich auf mich zukommen lassen. Konzepte von Alters-WGs finde ich spannend. Im Alter möchte ich nicht alleine sein, sondern mit Gleichgesinnten meine Freizeit teilen. Ehrlich gesagt brauche ich nicht viel. Ich habe jetzt über ein Jahr zur Untermiete in einem sehr kleinen möblierten Zimmer gewohnt und war total happy – was aber sicher auch an den Kochkünsten meiner Gastgeberin lag.

Der Vorteil: Wer nicht viel hat, muss nicht viel putzen, denn das hasse ich total! „Souverän ist nicht der, der viel hat, sondern der, der wenig braucht”, sagt Nico Paech. Es war ein befreiendes Gefühl, mal eine Zeit lang keine eigene Wohnung zu haben. Solange ich Raum zum privaten Rückzug habe, kann ich mich mit sehr viel arrangieren. Ein gemütliches Bett und Internet-Anschluss, mehr brauche ich nicht.

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„If these walls could talk” – das Bild ist eine Anfertigung, da Kerstin in einem Denkmal von 1904 wohnt und es total spannend findet, welche Energie so ein Altbau hat und welche Geschichten die Wände erzählen könnten

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KERSTINS
LIEBLINGS-DESIGNER

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1

Fettes Design

Den Bold Stool vom französischen Designhaus Moustache musste ich haben. Er ist für mich die perfekte Kombination aus modernem Möbeldesign mit Verweis auf Pop-Kultur. Ich liebe die Comic-artige Form, der Hocker ist in jedem Raum ein Hingucker und hat für mich auch etwas Museales. Als ich dann gelesen habe, dass er inspiriert ist von der wunderbaren Zeichentrickfigur La Linea von Osvaldo Cavandoli war ich extra begeistert – die kleinen Episoden habe ich als Kind geliebt! Solche Geschichten geben Gegenständen eine ganze eigene Seele.

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2

Formschön

Große Liebe für alles, das inspiriert ist von Ettore Sottsass, z.B. der blassrosa Hocker Pilastro von Kartel. Das Designkollektiv hat in den 80er Jahren die Grenzen des bis dahin dagewesenen Designs revolutioniert und mit Farben und Formen eine neue Designsprache entwickelt. Vielleicht ist es der Peter Pan in mir, der nicht erwachsen werden will, aber die Ästhetik gefällt mir einfach. Wie hier mit Farben, Formen und Mustern gearbeitet wird, das ist für mich perfekt.
Foto: Ambiente Direkt

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3

Erweckt Sammelleideschaft

Ich liebe den Mustermix der Kissen von Jonathan Adler, auch noch noch erschwinglich sind schöne Schalen des US-Designers. Das Design von Jonathan Adler lebt für mich nicht durch einen Artikel, sondern die Art, wie er Häuser einrichtet. Seine Wohnung in New York ist ein kunterbunter mondäner Traum, er hat das Interior für das Parkers Palm Springs Hotel designt und ist für mich der Inbegriff von mondänem California Living, Liebe zur Pop-Kultur und zu den USA macht mich zu einem seiner Fans.
Foto: Amara

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4

Rundum geiles Design

Gustaf Westmann und sein Curvy Mirror – der Instagram Liebling ist für mich Inbegriff eines neuen Skandinavischen Stils. Mein Spiegel ist von Jonathan Adler, auf einen von Gustaf Westmann spare ich noch. Wer skandinavischen Bloggern folgt, kommt an seinem Spiegel nicht vorbei – ausgefallene Spiegel waren 2020 ein riesiger Trend. Ich finde es toll dass Westmann alles in Handarbeit macht und Mut zur Farbe beweist. Außerdem ist Westmanns Gesamtwerk der Beweis, dass Skandinavien nicht nur Beige kann.
Foto: Gustaf Westmann Objects

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5

Insider-Tipp

Kissen und Teppiche von der in Brooklyn lebenden Designerin Aelfie – im Rahmen einer Home Story habe ich bei ihr übrigens auch meine Hand-Stühle zum ersten mal gesehen. Ich habe gemerkt, dass ich bei der Recherche für die Wohnung oft bei amerikanischen Designern und Webseiten hängen geblieben bin. Aelfie arbeitet mit vielen Mustern und kräftigen Farben – sie kreiert außergewöhnliche Wohnaccessoires, die man so selten findet.
Foto: Aelfie


ÜBER KERSTIN DIEHL

Foto: Instagram

Kerstin über sich: „1977 in Marburg geboren, Mädchen vom Lande. Ein hungriges Herz, das mit unendlicher Fantasie gesegnet vom Leben in fernen Ländern, der großen Stadt und aufregenden Berufen mit spannenden Menschen geträumt hat. Gelebt in den USA und der Schweiz, Düsseldorf, Hamburg – und das Herz schließlich an Berlin verloren. PR-Frau für Lifestyle-Themen. Shopaholic, Beauty-Süchtige, Serien-Freak, Hobby-Kreative, Single mit Hund und Sternzeichen Zwilling. Was mir an Menschen am wichtigsten ist? Humor, Großzügigkeit und ein offener Geist.”


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