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„Die Bewunderung für die großartigen Frauen der Generation 50+ treibt mich an”

Gesponserter Artikel in Kooperation mit Gerry Weber

Als CEO des traditionsreichen deutschen Modeunternehmens GERRY WEBER stellt sich Angelika Schindler-Obenhaus einer großen Herausforderung: die bekannte Marke neu ausrichten und wieder Marktführer werden. HEYDAY sprach mit der Expertin über die Kreislaufwirtschaft in der Mode, weiblichen Führungsstil, und die spannende Zielgruppe der Frauen über 50

Gerry Weber CEO Angelika Schindler-Obenhaus auf Instagram
Foto: Gerry Weber

HEYDAY: Frau Schindler-Obenhaus, in welchem Alter macht Mode am meisten Spaß?

Angelika Schindler-Obenhaus: In jedem! Spaß an Mode ist nicht vom Alter abhängig.

Sie haben über vier Jahrzehnte in der Modebranche gearbeitet. Was hat Sie an der Mode als junge Frau begeistert? 

…meine Persönlichkeit, meine Stimmung und meine Kreativität ausdrücken zu können.

Während andere mit 58 schon an den Ruhestand denken, dürften Sie – als frisch vom Aufsichtsrat bestätigte CEO – mehr zu tun haben als je zuvor. Was steht in dieser Woche so alles auf Ihrer Tagesordnung?

Meetings, Workshops, Sitzungen und viele Begegnungen mit Mitarbeitenden, Kollegen:innen und Partner:innen. Aber das Wichtigste ist das Pre-Opening am Mittwochabend in unserem neuen Store in Münster. Hier präsentieren wir unser neues Look & Feel im Home of Gerry.

2020 traten Sie als Chefin für das Tagesgeschäft (COO) bei GERRY WEBER an – schon lange vor Corona einem der krisengeschüttelsten Modeunternehmens Europas. Hatten Sie keine Angst vor der Herausforderung? Was hat sie trotzdem gereizt die Unternehmensleitung zu übernehmen?

Hätte ich Angst vor Herausforderungen, wäre ich heute sicherlich nicht da, wo ich jetzt bin. Respekt hatte ich sicherlich, habe ich übrigens jetzt immer noch. Es ist eine immense Aufgabe, ein Unternehmen wie GERRY WEBER zu führen und eine große Verantwortung, für immerhin rund 2.300 Mitarbeitende weltweit. Aber: GERRY WEBER hat heute noch eine Markenbekanntheit von über 90 Prozent – das Werk von Gerhard Weber – und eine Zielgruppe mit enormem Potential, wenn man auf die demografische Entwicklung schaut. Diese Faktoren und meine Bewunderung für die großartigen Frauen der Generation WOW ab 50+ haben mich sehr gereizt und treiben mich nach wie vor an. Darüber hinaus haben die Auswirkungen der Pandemie die Karten neu gemischt: GERRY WEBER ist längst restrukturiert – während nun andere leider von der Krise geschüttelt werden.

„Als besonders zukunftsträchtig schätze ich das Thema Kreislaufwirtschaft in der Mode ein. Dabei geht es darum, bereits verwandte Materialien wiederzuverwenden”

Welche Strategie verfolgen Sie? Und: Was sind derzeit die größten Herausforderungen im Unternehmen? 

Eine der größten akuten Herausforderungen ist das Thema Beschaffung: Der Transport der Ware aus den Beschaffungsländern, die hauptsächlich in Asien liegen, ist teilweise unberechenbar geworden. Schiffe fahren gar nicht oder an Häfen vorbei, die Ware liegt dort im Transit in Containern, und wir kommen nicht mehr an sie heran. Die Ursachen liegen hier größtenteils in den Folgen der Coronapandemie. Mittel- und langfristig sind nachhaltige Themen wie Kreislaufwirtschaft und transparente Lieferketten sicherlich große Herausforderungen. Hier sprechen wir dann eher von einem Marathon, nicht vom Sprint, um ein inzwischen sehr bekanntes Bild zu nutzen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Strategie ist es, dass wir mit GERRY WEBER in unserem Segment auf jeden Fall wieder Marktführer werden wollen in den kommenden Jahren. Auch mit unseren anderen beiden Marken TAIFUN und SAMOON wollen wir deutlich an Relevanz zurückgewinnen.

Darüber hinaus sind Strategiepunkte, an denen wir aktuell arbeiten, die Erhöhung der Markenbegehrlichkeit sowie die Schärfung unserer Markenprofile; die weitere Erschließung unserer Zielgruppe mit klarer Handschrift und Authentizität in der Kollektion; die Digitalisierung im Unternehmen auf allen Ebenen voranzutreiben; der Ausbau der Omnichannel-Fähigkeit, d.h. einfach ausgedrückt, alle Vertriebswege miteinander zu verknüpfen; die systematische Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie mit transparenter Kommunikation der Fortschritte und den Kulturwandel im Unternehmen weiterzuverfolgen, um zukünftig zu den attraktivsten Arbeitgebern zu gehören.

Wie würden Sie Ihr Führungskonzept beschreiben? 

In der Vergangenheit war das Thema „Führung“ bei GERRY WEBER nicht unbedingt positiv besetzt. Jeder wollte seinen Bereich „sauber“ halten und das ging auch auf Kosten der Mitarbeitenden. Um die Führungskräfte dabei zu unterstützen, die Qualität der Führung und die Stimmung im Unternehmen zu drehen, haben wir eine Werteumfrage unter allen Mitarbeitenden und darauf aufsetzende Workshops für die Führungskräfte initiiert. Mit einer positiven Fehlerkultur möchten wir die Mitarbeiter:innen zu Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsfreude ermutigen. Außerdem setzen wir auf flache Hierarchien und offene Strukturen, die Stärkung des Wir-Gefühls, z. B. mit der Einführung des generellen „Du“ über alle Ebenen und der neuen Kampagne „WE ARE GERRY“ / „I AM GERRY“. Die Einführung eines sehr umfassenden Mobile-Working-Konzepts ermöglicht es unseren Mitarbeitenden auch, ihre Arbeitsumstände an die jeweilige Lebenssituation anzupassen – ein wahnsinnig wichtiger Faktor inzwischen. Für all diese Maßnahmen bekommen wir aus der Belegschaft sehr positives Feedback. Das freut uns und zeigt, wie viel man in relativ kurzer Zeit bewegen kann, wenn man sich traut, wirklich neu zu denken.

Als CEO kommen jetzt noch weitere Aufgaben wie Design und Produkt, und vor allem auch der Vertrieb dazu. Das heißt, man wird Sie auch an Umsatzzahlen messen. Macht Sie das nicht nervös?  

Als Führungskraft wird man immer final an Ergebnissen gemessen. Dazu gehört ein gewisser Respekt, aber Nervosität ist oft ein schlechter Ratgeber. Zudem bin ich nicht allein, sondern weiß ein tolles Team um mich!

Karl Lagerfeld hat immer gesagt, er kenne keinen Stress, nur Strass. Wie sehen Sie das? 

Ich liebe positiven Stress, Strass ist nicht so meins…

Angelikas Stil ist eine gelungene Mischung aus Eleganz und Lässigkeit. Folge ihr hier auf Instagram

„Als Führungskraft wird man immer final an Ergebnissen gemessen. Dazu gehört ein gewisser Resepekt, aber Nervosität ist oft ein schlechter Ratgeber

GERRY WEBER feiert 2023 sein 50-jähriges Bestehen. Als der Aufstieg der Marke begann, waren Sie ein Teenager. Wie haben Sie GERRY WEBER kennengelernt?

Ehrlicherweise habe ich mich als Teenager nicht mit GERRY WEBER beschäftigt. Meine Sehnsuchtsmarke war Jil Sander. Und natürlich die Kultmarken der 80er: Levi’s, Lacoste, Replay und Esprit. GERRY WEBER habe ich erst auf dem Radar gehabt, als Steffi Graf Markenbotschafterin wurde.

Zu Beginn der Coronapandemie war viel von Verzicht und weniger von Konsum die Rede. Wird einer Modemanagerin da nicht angst und bange? 

Nein. Wir werden doch nicht alle nackt rumlaufen, oder? Ich sehe die Chance, qualitativ wertigere und zunehmend nachhaltigere Kleidung bis hin zu kompostierbaren Artikeln herzustellen. Weniger, aber besser, sollte unser Konsum sein. Von Verzicht halte ich übrigens nicht viel. Das Leben ist zu kurz für irgendwann!

Unsere Vision: Als Marke zu agieren, die der Modehandel führen muss bzw. ein hochrelevanter Player im Modern Classic Mainstream, wie sich das Segment nennt, zu sein. Darüber hinaus bin ich sicher, dass wir ein ziemlich begehrter Arbeitgeber sein werden – wir erhalten nämlich jetzt schon viele Initiativbewerbungen und sehen uns auf dem richtigen Weg.

Lassen sich Nachhaltigkeit und Mode aus Ihrer Sicht überhaupt so einfach verbinden? 

Wer hat gesagt, dass es einfach ist? Wie eben schon erwähnt, stehen wir am Beginn eines Marathons. Ein paar Kilometer haben wir bei GERRY WEBER allerdings schon zurückgelegt, denn wir bauen die Verwendung nachhaltiger Materialien – wie etwa zertifizierter Biobaumwolle, EcoVero-Viscose und recyceltem Polyester – schon seit vielen Jahren sukzessive aus. Als besonders zukunftsträchtig schätze ich das Thema Kreislaufwirtschaft in der Mode ein. Dabei geht es darum geht, bereits verwandte Materialien wiederzuverwenden. Wir haben ein erfolgreiches Pilotprojekt in 30 unserer Filialen mit Recyclingboxen für getragene Kleidung unserer Kundinnen, das wir jetzt auf alle Filialen in Deutschland und Österreich – immerhin rund 210 – ausweiten. Darüber hinaus arbeiten wir mit dem Leibniz-Institut der Universität Hannover zusammen, das zu dem Thema forscht. Materialmischungen, wie z. B. Baumwolle und Elasthan, zu recyceln, ist nämlich eine ganz große Herausforderung in der Mode.

Mit der neuen Kampagne „We Are Gerry“ wollen Sie die Zielgruppe 50+ ganz bewusst ansprechen. Wie sehen Sie die aktuelle GERRY WEBER-Kundin?

Die GERRY-WEBER-Kundin, vorwiegend aus der Generation der Babyboomer, hat meist jahrelang Familie und Beruf unter einen Hut gebracht. Sie hat Verantwortung übernommen, ist emanzipiert und unabhängig. Mittlerweile sind die Kinder meistens aus dem Haus. Jetzt heißt es: Zeit für eigene Wünsche. Zeit für zurückgewonnene Freiheit, die sie gemeinsam mit Freundinnen, anderen Powerfrauen oder der Familie genießen möchte. Passend zu diesem Lebensgefühl möchten wir diesen bewundernswerten, starken und zurecht anspruchsvollen Frauen coole und lässige Mode bieten, die modern ist und perfekt in Passform und Qualität. Die Styles müssen wandelbar und vielfältig sein, wie das Leben dieser Frauen. Wir hören inzwischen von Töchtern, die im Kleiderschrank der Mütter wildern, denn auch sie fühlen sich von unseren Teilen inspiriert.

Welche drei Key-Items dürfen in Ihrem Kleiderschrank nicht fehlen?

Dunkelblauer Blazer, weiße Bluse, Denim – und ein Klassiker als Handtasche

Wie packen Sie ihren Koffer bei Business-Trips und haben Sie hierfür persönliche Styling-Tipps?

Am liebsten knitterfreie, kombinierfähige Kleidung. Strick, Kleider, Blazer und im Winter einen tollen Mantel und immer (!) ein Cashmereplaid.

Ceo Angelika Schindler Obenhaus von Gerry Weber auf Instagram
Foto: Instagram

Wie hat sich Ihr persönlicher Blick auf die Modebranche in den vergangenen Jahrzehnten verändert? 

Ich setze mich seit mehr als zehn Jahren für faire, soziale Arbeitsbedingungen in den Beschaffungsländern und für nachhaltigere Produktion ein. Wir sind als einer der größten Umweltverschmutzer absolut dazu bestimmt, vieles zu hinterfragen und zu ändern. 

Was denken Sie über die Quotendiskussion? Braucht es mehr Frauen in den Führungsebenen der Modeunternehmen?

Definitiv! Nach anfänglicher Ablehnung bin ich heute zu 100% überzeugt, dass es ein Gesetz braucht, das nicht umgangen werden kann. 

Wie wichtig sind Ihnen berufliche Netzwerke, gerade rein weibliche? 

Weniger ist da mehr! Es macht die Klasse und nicht die Masse. Ob rein weiblich oder nicht spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Ich trete für Diversität ein, da gehören selbstverständlich auch Männer dazu.

Wenn Sie nicht arbeiten, wo und wie schöpfen Sie Kraft? 

Im Garten und beim Sport.

Frau Schindler-Obenhaus, vielen Dank für das Gespräch.  

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Eine Plattform voller Leben

Wir sind stark, wir wissen was wir wollen, wir genießen den Moment, ganz leidenschaftlich und authentisch – dafür steht die We are Gerry-Kampagne. Diesem Credo schließen wir von HEYDAY uns gerne an…

We are Gerry Kampagne by Gerry Weber

Mit der brandaktuellen Kampagne „We are Gerry” bekennt sich der westfälische Damenmode-Spezialist zur Diversität und will seine Zielgruppe der Ü50-Jährigen noch deutlicher als je zuvor in den Mittelpunkt stellen. Die Ü50-Jährige im Jahr 2021: Wie sieht sie aus? Was und wen liebt sie? Was macht ihr Spaß? Unumstritten ist, dass sie sich zum großen Teil von der Ü50-Frau vor zehn oder 20 Jahren deutlich unterscheidet. Dem will das Unternehmen noch spezifischer gerecht werden und sein Herz für Best Ager und die Freude daran bildhaft darstellen.

Die GERRY WEBER-Kundin, vorwiegend aus der Generation der Babyboomer, habe meist jahrelang Familie und Beruf unter einen Hut gebracht, so das Unternehmen. Sie habe Verantwortung übernommen, sei emanzipiert und unabhängig. Mittlerweile seiend die Kinder aus dem Haus. Jetzt heiße es: „Zeit für eigene Wünsche. Zeit für zurückgewonnene Freiheit, die sie gemeinsam mit Freundinnen, anderen Powerfrauen oder der Familie genießen möchte. Jetzt.”

We are Gerry Kampagne
We are Gerry Kampagne by Gerry Weber

Auch die Marke selbst ist ab sofort ganz Frau: “Konkret formuliert, sprechen wir jetzt von die Gerry. GERRY WEBER richtet sich an Frauen und wir wollen ganz klar zeigen, dass auch unsere Marke zu 100 Prozent weiblich ist; und dass wir uns gegenseitig verstehen und wissen, was wir wirklich wollen”, so CEO Angelika Schindler-Obenhaus zur neuen Ausrichtung.

“Wie unsere Kund*innen, werden wir zukünftig mutiger und lebensnaher sein. Absolut bei uns. Also inspirierend, spontan, selbstbewusst und ganz selbstverständlich positiv. Gerade die vergangenen Monate haben ja gezeigt, dass wir nur in Bewegung und mit großer Offenheit erfolgreich sein können. Wir wollen zeigen, dass wir zusammengehören. All die tollen Frauen jenseits der 50 und wir als ebenfalls sehr Modeerfahrene Brand”, so die Vorstandschefin.

Der Statement-Sweater WE ARE GERRY steht für Zusammenhalt. Direkt HIER online auf der Webseite von GERRY WEBER bestellen!

Statement Sweater von Gerry Weber aus der We are Gerry Kampagne

Mit dem Gutscheincode HEY10 gibt es bis zum 03.10.2021 zehn Prozent auf die neue Kollektion!


Gerry Weber CEO Angelika Schindler Obenhaus trägt ein Lederkleid von Gerry Weber
Foto: privat

Mehr über GERRY-WEBER-CEO Angelika Schindler-Obenhaus

Angelika Schindler-Obenhaus ist seit fast vier Jahrzehnten in der Modebranche tätig. Die 58-Jährige startete ihre Laufbahn beim Kaufhauskonzern Horten und war vor ihrem Wechsel zu GERRY WEBER Vorstandsmitglied der Bielefelder Katag AG. Bei der Handelsgruppe mit ihren Marken Commander, Basefield, Staccato und (The Mercer) N.Y verantwortete sie Einkauf, Marketing und IT. Bei GERRY WEBER ging sie im Spätsommer 2020 zunächst als COO an Bord und verantworte Design, Produktion, Beschaffung und Marketing. Im März 2021 wurde sie vom Aufsichtsrat zur Vorstandschefin (CEO) berufen und im August bestätigt. Zusammen mit Finanzchef Florian Frank führt sie das börsennotierte Modeunternehmen mit Sitz in Halle/Westfalen nun als Doppelspitze.

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