Sonne, Mond & Sterne (V)

Unsere Sternguckerin Amélie Gebhard kommentiert exklusiv auf HEYDAY die aktuelle astrologische Großwetterlage – natürlich wie immer pünktlich zum Neumond. Die Mondphase im Dezember beschert uns eine Sonnenfinsternis und die lang ersehnte Wintersonnenwende. Endlich werden die Tage wieder länger – und ein neuer 20-jähriger Zyklus beginnt

Sonne Mond Sterne Amelie Gebhard Astrologie Neumond 2020 Dezember
Collage von Amélie Gebhard

„In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt.“

Albert Camus

Obwohl ein Neumond normalerweise unsichtbar bleibt, kann man ihn in Ausnahmefällen sehen. Dann nämlich, wenn Sonne, Mond und Erde eine perfekte Linie bilden und sich der Mond von der Erde aus gesehen vor die Sonne schiebt. Dann fällt der Mondschatten auf die Erde, es kommt zur Sonnenfinsternis.
Am 14. Dezember verdunkelt sich der Himmel für zwei Minuten und zehn Sekunden – sichtbar über Patagonien und Teilen von Argentinien und Chile. Seit einiger Zeit schaue ich die Finsternisse weltweit immer per Livestream an, Internet sei Dank. Ich liebe den Moment, wenn nach der kurzen totalen Verdunklung der Sonne ein Lichtblitz für eine Nanosekunde den Mond umspielt. Magisch, kosmisch, göttlich.

☽☌☉☌☋☌☿ in ♐︎

Neumond und Totale Sonnenfinsternis auf 23° Schütze in Konjunktion zum südlichen Mondknoten und Merkur Cazimi am 14. Dezember 2020

Im Schütze Mond entwickeln wir die Vorsätze und Ziele für das neue Jahr. Zur Wintersonnenwende feiern wir die Wiedergeburt des Lichts (21./22. Dezember). Der Schützegeist erforscht neue Dimensionen, immer auf der Suche nach dem höheren Sinn.

Finsternisse markieren Höhepunkte, die uns neu ausrichten und uns in überraschende Richtungen führen. Wir verlassen die ausgetrampelten Pfade. Wir machen etwas anders als gewohnt, und es fühlt sich richtig an. Womöglich sogar richtig gut.
Dieser Neumond in Verbindung mit der Sonnenfinsternis am südlichen Mondknotenpunkt ist etwas sehr Besonderes und trägt eine starke, karmisch aufgeladene Schicksals-Energie mit sich.
Uns geht ein Licht auf, und dieses Licht schenkt uns neue Erkenntnisse.
Merkur, im Herzen der Sonne, empfängt die Botschaft vom Mondknoten und sendet sie an uns weiter. Im optimalsten Falle werden Wissen und Weisheit unseren Geist erfassen und wir betreten das nächste Level. Bleibe offen, auch wenn Du jetzt noch nicht in der Lage bist zu verstehen, was geschieht.

TIPP: Was konntest Du bei allem Verzicht in diesem Jahr lernen?
Was ist gegangen, was ist gekommen? Und wo findest Du Deine innere Reise im Außen wieder? Bist Du bereit, Deine Erkenntnisse in die Welt zu tragen (und Dein Licht zu verbreiten) oder stellst Du Dein Licht lieber unter den Scheffel?

♂︎in ♈︎△☉☽☿ in ♐︎
und ♂︎☐♃♄ in♑︎

Mars im Trigon zu Sonne, Mond und Merkur und im Quadrat zu Jupiter und Saturn

Mars aktiviert die Umsetzung Deiner Erkenntnisse – mit Mut zur Bewegung und dem Verlangen nach Unabhängigkeit. Sobald klar ist, was Du als nächstes in Deinem Leben angehen willst, werden sich Wege zeigen, wie Du das ganz konkret umsetzen kannst.
Nutze die Woche, die Jupiter und Saturn noch im Steinbock sind, um die letzten Puzzlestücke zu finden, die für das große Zukunftsbild fehlen. Es werden sich für den neuen Traum auch neue Lösungen finden lassen, um diesen umzusetzen. Denn Saturn hat Dich in diesem Jahr reifen lassen und verteilt bald die Lorbeeren für die Arbeit, die Du bereit gewesen bist zu tun. Du hast es verdient!

TIPP: Bringe alle unerledigten Geschäfte zu Ende und ziehe Bilanz. Wo hat sich Deine Disziplin und Ausdauer bezahlt gemacht? Bist Du bereit gewesen, Grenzen zu akzeptieren und hast dadurch Stabilität erreicht?

♃☌♄

Saturn/Jupiter Konjunktion und Wintersonnenwende
am 21. Dezember 2020

Finale…ooh ooh. Was für ein Jahr! Was für ein Wandel! Unzählige Herausforderungen haben non-stop alles von uns gefordert – und es ist noch nicht vorbei! Saturn und Jupiter wechseln zwar bald die Bühne, doch Pluto bleibt uns noch erhalten im Steinbock.
Das Jahr 2020 begann mit einem Paukenschlag (die Saturn/Pluto-Konjunktion am 12. Januar) und es endet mit einem Paukenschlag.

Mit der „Großen Konjunktion“ von Jupiter und Saturn beginnt nicht nur ein neuer 20-jähriger Zyklus, sondern die beiden Planeten werden sich nun für ca. 200 Jahre alle 20 Jahre in Tierkreiszeichen treffen, die dem Element Luft zugeordnet werden (Wassermann/ Waage/ Zwilling). Wir verlassen das materialistische Zeitalter (Konsumraupe Nimmersatt und Ausbeutung der Erd-Ressourcen) und bewegen uns in das virtuelle Zeitalter (hypervernetzte soziale Digitalisierung und künstliche Intelligenz).


Die gegenwärtige Übergangsphase ist geprägt von einer großen, kollektiven Bewusstseinsveränderung und die Corona-Krise wirkt da wie ein Brandbeschleuniger. Jupiter und Saturn, die letzten beiden Jahre im Steinbock unterwegs, unterstützten uns dabei, das Wesentliche vom Nebensächlichen zu unterscheiden, um unsere Träume auf ein solides Fundament zu setzen. Uns wurde aufzeigt, in welchen Bereichen wir über die Stränge geschlagen haben und wir wurden aufgefordert, in der Begrenzung der Möglichkeiten eine Meisterschaft zu erlangen. Viele Industrien sind zum Umbruch gezwungen, gesellschaftlicher Habitus verändert sich, Regimewechsel sind unausweichlich. Unsere Erde und die (noch) vorhandenen Ressourcen rufen nach nachhaltigen Arbeitsweisen. Klingelt es in den Ohren?

Mit dem Blick auf die Zukunft haben alte Strukturen und Überzeugungen ausgedient und neue Konzepte sind gefragt. Und nun kommt das Element Luft ins Spiel. Das Zeichen Wassermann steht für neue Technologien und Innovationen in der Wissenschaft. Und der Wassermann möchte die Systeme, in denen wir uns bewegen, verstehen, um dann auf die intelligenteste und effektivste Weise innovativ zu sein. Ideen, neue Konzepte, Vernetzung und Kommunikation werden in den nächsten Jahren die Hauptrolle spielen.
Diese Verschiebung wurde bereits durch die Werte der Millennials gespiegelt, die im ersten Luft-Zyklus der großen Konjunktion (1980 in der Waage) geboren wurden: Die Affinität zu digitalen Geräten und Medien, die Bereitschaft zu Teamarbeit innerhalb eines flexiblen Arbeitsumfeldes, das Engagement für den Umweltschutz.

Bis das Wassermannzeitalter in den kollektiven Grundfesten verankert ist, dauert es noch ein Weilchen, doch gleichzeitig scheint sich die Geschwindigkeit zu erhöhen. Das ist ein Störfaktor, den die große Konjunktion unterstützt. Die Generation, die jetzt geboren wird, ist die Generation, die unser „früher“ nicht kennen wird und sich einzig und allein automatisch an die neuen Realitäten anpassen wird.
Wir, die jetzt leben, werden die beginnenden historischen Umwälzungen nur ansatzweise einordnen und erfassen können. Es sei denn, dass uns neuartige Anti-Aging Methoden in Zukunft ein durchschnittliches Lebensalter von 200 Jahren ermöglichen. Schau’n wir mal, dann sehen wir schon …
Zwischen zwei Welten zu leben, in der die eine noch nicht verschwunden und die andere in all ihrer Konsequenz noch nicht wirklich sichtbar ist, kann großen Stress erzeugen: Welche Regeln gelten noch? Fahre ich auf Sicht oder trudele ich völlig in die Orientierungslosigkeit und versinke in nostalgischen Erinnerungen? Wo bleibe ich, wenn alles auseinander fällt?

Jupiter und Saturn repräsentieren die Gesellschaft, die äußere Welt. In unserem Radix stehen sie für unseren (gesellschaftlichen) Auftrag in diesem Leben. Ob es gelingt, diesen zu erfüllen, hängt davon ab, was wir für möglich halten. Nutzen wir Jupiter als Sprungbrett zu unserem höchsten Potential oder erleben wir Saturn als unüberwindbare Barriere, die uns klein hält. Folgen wir einem Familiensystem, das von Generation zu Generation einengende Realitätsstrukturen weiter gegeben hat oder verstehen wir, dass wir die Freiheit haben, eben diese Einschränkungen zu transzendieren? Je älter wir werden, um so größer ist die Gefahr, den Mut zu Veränderungen der ersten Lebensphasen zu vergessen. Umso mehr sind wir gefordert, uns mit unseren Erwartungen ans Leben zu beschäftigen, also Ziele und Absichten zu definieren und zu verfolgen.

Einige Astro-Kollegen haben den Prozess, den wir momentan kollektiv erleben, mit dem Geburtskanal verglichen. Ich finde, das passt. Mit jeder Wehe werden wir Stück für Stück in Richtung neues Erdenleben gepresst. Ohne Druck geht es nicht weiter und wir wollen und wir müssen weiter. Zentimeter für Zentimeter erobern wir unbekanntes Terrain. Und wenn wir dann endlich das neue Leben gebärt haben, hören die Verantwortlichkeiten nicht auf. Kein „zurück zur Normalität“. Das neue Leben möchte genährt und gewickelt und gebusselt werden. Nur mit unserer Fürsorge und Liebe, mit Vertrauen und Zuversicht, mit Ausdauer und einem offenen Herzen kann es wachsen und gedeihen.
Damit wir die werden, die wir sind.

Goodbye 2020, welcome 2021!

TIPP: Wie interagierst Du mit den Menschen um Dich herum?
Stehen Deine persönlichen Ziele im Einklang mit der Verantwortung für unsere Erde? Auf welche Machtansprüche kannst Du verzichten? Wo zögerst Du noch, mit alten Mustern zu brechen und Dich zu verändern? Erweitere Deinen Horizont. Wohin zieht es Dich? Was inspiriert Dich? Das Ende eines Zyklus und der Beginn eines anderen gibt Grund zur Hoffnung – es ist aber eine Hoffnung, die auf Deiner Bereitschaft beruht, an der Neugestaltung unserer Welt mitzuwirken.

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MANTRA DES TAGES

„Sun in the sky, you know how I feel
Stars when you shine, you know how I feel
It’s a new dawn
It’s a new day
It’s a new life for me
And I’m feeling good.“

Songtext von Nina Simone




Planetenstände am 14. Dezember 2020 um 17:17 Uhr

Sonne 23°08’ Schütze
Mond 23°08’ Schütze
Merkur 20°05’ Schütze
Venus 28°44’ Skorpion
Mars 20°43’ Widder
Jupiter 28°56’ Steinbock
Saturn 29°44’ Steinbock
Uranus ℞ 7°07’ Stier
Neptun 18°14’ Fische
Pluto 23°38’ Steinbock
Chiron ℞ 4°56 Widder
aufst. Mondknoten 19°46’ Zwilling


Über Amélie Gebhard

Amélie Gebhard lebt seit 1990 in Berlin und hat in ihrem Berufsleben als Maskenbildnerin (mehr unter www.goldstaub-berlin.de ) schon in vielen Gesichtern lesen können. Ihre Berufung ist jedoch die Astrologie sowie die visuelle Umsetzung astrologischer Inhalte. Im Astrologie Zentrum Berlin hat sie bei Markus Jehle die psychologische Astrologie gelernt. Nach einer Fortbildung in Bhutan bei Kaypacha und Adam Gainsburg beobachtet sie momentan am liebsten die junge amerikanische Astroszene und ist Mitglied der Organization for Professional Astrology (OPA). Ab sofort erklärt sie auf HEYDAY MAGAZINE monatlich zum Neumond die aktuelle astrologische Großwetterlage. Mehr von ihren Space-Collagen, die unsere Astrologie-Kolumne illustrieren, findet man HIER auf Instagram.


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